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Dormagen
Leukämie: 2346 Menschen wollen Bennett helfen

Dormagen: Leukämie: 2346 Menschen wollen Bennett helfen
Michael Dost aus Nievenheim ist der erste, der gestern in der Mensa der Gesamtschule fünf Milliliter Blut für den zweijährigen Bennett spendete. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Die Welle der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme für den zweijährigen an Leukämie erkrankten Bennett ist riesig. Am Sonntag kamen 1896 Menschen zur Typisierungsaktion in die Gesamtschule, am Samstag waren es im Schützenhaus 450. Von Anneli Goebels

Drei Wochen hat sie sich kaum mit etwas anderem beschäftigt. Gestern sah sie den Lohn ihrer Arbeit und der des gesamten zehnköpfigen Teams. Bei Bianca Getz, Freundin der Mutter des zweijährigen an Leukämie erkrankten Bennetts und ebenfalls Mutter einer kleinen Tochter, liefen die Fäden für die groß angelegte Typisierungsaktion zusammen. Sie konnten Bürgermeister Erik Lierenfeld als Schirmherrn gewinnen, der wiederum die Mensa der Gesamtschule zur Verfügung stellte. Sie trommelten 75 Helfer, von Schreibkräften bis hin zu Ärzten, zusammen, sammelten Sachspenden für eine Tombola und baten um Kuchenspenden.

"Es ist unglaublich. Bereits eine Viertelstunde vor Beginn standen die Menschen in der Schlange an der Eingangstür", sagt Bianca Getz. Wie Michael Dost. Er ist der erste, dem um kurz nach 11 Uhr die erforderlichen fünf Milliliter Blut entnommen werden, nachdem er zuvor einen Fragebogen ausgefüllt hatte, der sowohl vor als auch nach der Blutabnahme nochmals kontrolliert wird. Für den 34-Jährigen war es selbstverständlich, zu kommen. "Es könnte auch um meinen Sohn gehen", sagt der Vater eines ebenfalls Zweijährigen.

Für den kranken Bennett wir dringend ein Spender gesucht. FOTO: on

An der zweiten Kontroll-Station sitzt auch Meik Bussmann, Bennetts Onkel. "Mit diesem Andrang hätte ich nicht gerechnet", sagt er. "Wenn das bis 17 Uhr so weiter geht, bin ich sehr zufrieden." Überwältigt ist auch Peggy Bussmann, Bennetts Mutter. Sie weiß, dass unter den vielen Freiwilligen nicht unbedingt ein passender Spender für ihren Sohn sein muss. "Wenn nicht für Bennett, dann vielleicht für jemand anders", sagt sie. Auch ist jetzt noch nicht klar, ob der Zweijährige überhaupt Stammstellen benötigt. Zurzeit wird er mit einer Chemo-Therapie behandelt. Zwischendurch, erzählt sie, dürfe er tageweise nach Hause. "Doch andere Kinder dürfen ihn nicht besuchen. Auch darf er nicht auf öffentliche Spielplätze gehen. Daher haben wir ihm in Abstimmung mit der Hauseigentümergemeinschaft einen eigenen kleinen gebaut", sagt Peggy Bussmann und lächelt.

Vor der Gesamtschule stehen mehrere Einsatzwagen der Feuerwehr, darunter ein pinkfarbener. Der kommt aus Erkrath. Dem Facebook-Aufruf der Dormagener Kollegen waren 15 aus Erkrath gefolgt. "150 bis 200 Feuerwehrleute" aus den eigenen Reihen schätzt Chefin Sabine Voss seien gekommen. Auch sie ließ sich Blut abnehmen. Allgemeinmediziner Stephan Manitz ermuntert Freiwillige, die doch etwas Angst vor der Nadel haben. Er unterhält zusammen mit Kollegen eine Gemeinschaftspraxis in Nievenheim. Dort war gestern vor genau zwei Monaten, am 12. Mai, die Diagnose für Bennett gestellt worden.

Vier Wochen wird es laut Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) dauer, bis die gestern genommenen Blutproben analysiert und beim zentralen Knochenmarkregister (ZKRD) in Ulm gemeldet seien. "Ungefähr drei weitere Monate, bis entsprechende Übereinstimmungen zwischen Patient und Spender gefunden sind", sagt Steinbauer.

Quelle: NGZ
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