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Dormagen
Liebestolles Rehwild erfordert erhöhte Vorsicht auf Straßen

Dormagen. Noch bis Mitte August müssen Verkehrsteilnehmer verstärkt mit Rehwild wechseln, das plötzlich die Straße quert. Darauf macht Marc Pellekoorne von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) aufmerksam. Grund ist die Paarungszeit der Tiere, die jetzt auf ihrem Höhepunkt ist. Die wird im Fachjargon als "Blattzeit" bezeichnet. Denn in dieser Phase, erläutert Pellekoorne, senden die Ricken einen Fiepton aus, um die Böcke anzulocken. Das Fiepen klinge ähnlich, als blase jemand auf einem Blatt. Von Stefan Schneider

"Während der Blattzeit vergisst das Rehwild jede Vorsicht", fügt Pellekoorne hinzu. Die Tiere seien regelrecht liebestoll; bei der Hatz flüchte die Ricke zunächst vor dem sie verfolgenden Bock. "Deshalb sollten Autofahrer, die eine Ricke über die Fahrbahn laufen sehen, darauf gefasst sein, dass kurz dahinter der Bock auf die Straße springt", warnt der Experte, der dringend zu an solche Situationen angepasste Geschwindigkeit rät. Es könne sogar sein, dass die Tiere innerhalb von kurzer Zeit ein zweites Mal die Straßenseite wechselten; auch darauf solle man sich einstellen. Ein solches Liebestreiben könne mitunter Stunden dauern.

Ganz besonders gefährlich ist es zurzeit auf den Straßen an oder in Waldgebieten. In Dormagen sind das zum Beispiel die Verkehrsverbindungen am Knechtstedener Wald und in der Nähe von Tannen- und Chorbusch. "Und zwar nicht nur, wie landläufig vermutet, abends und in der Dämmerung, sondern auch tagsüber", sagt Pellekoorne. Erst unlängst habe er einen Wildunfall gesehen, der sich gegen 13 Uhr ereignet habe. Wer mit seinem Fahrzeug kreuzendem Wild nicht mehr ausweichen könne, dem empfiehlt Pellekoorne draufzuhalten. "Man sollte versuchen, in solchen Momenten den natürlichen Ausweichreflex auszuschalten. Bei Ausweichmanövern passieren die meisten tödlichen Unfälle", sagt er. Komme es zum Zusammenstoß, solle man die Polizei rufen.

Quelle: NGZ
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