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Dormagen
Londoner Band kommt den Original-Doors sehr nah

Dormagen. "The Doors Alive" spielte in der "Tankstelle". Von Franziska Gräfe

Sie sind eine der stilbildenden Musikgruppen des vergangenen Jahrhunderts. Auch über 30 Jahre nach ihrer Auflösung inspirieren "The Doors", die Erfinder des Psychedelic Rock, Nachahmer, die ihr musikalisches Erbe am Leben erhalten. Eine der europaweit besten Doors-Tribute-Bands machte Station in der Dormagener "Tankstelle".

"Die Jungs sind vom Sound und vom Aussehen wirklich ganz dicht dran", hatte Veranstalter Jorgos Flambouraris "The Doors Alive" im Vorfeld angekündigt. Und recht behalten. Frontmann Mike Griffioen, "all dressed in black", das Gesicht vom schwarzen Schlapphut beschattet, kommt dem legendären Jim Morrison in punkto Charisma ziemlich nahe. Zwar irritiert er beim Opener "To the other side" mit Reibeisenstimme, aber im Laufe der nächsten 90 Minuten entfaltet Griffioen einen Bariton, der Morrison alle Ehre macht und genial bei "Spanish Caravan" und dem bluesigen Doors-Spätwerk "Riders on the Storm" zum Tragen kommt.

Für den täuschend echten Sound bedient sich die Londoner Band Vintage-Instrumenten aus der Doors-Ära. Gitarrist Baz Meyer traktiert seine Gibson S.G. und hat bei "Light my fire" die Bühne gefühlte zehn Minuten für sich. Norbert Varga entlockt dem 50-jährigen Vox Continental Keyboard jene Orgelklänge, die den Doors-Sound unverwechselbar machen. Und hinten tobt Buzz Allen an den Drums.

Vor der Bühne tanzt sich ein Paar in Ekstase, alt genug, die Doors live erlebt zu haben, daneben wiegen sich junge Frauen im Takt, die noch nicht auf der Welt waren, als Jim Morrison sie am 3. Juli 1971 unter nie vollständig geklärten Umständen verlies. Mike Griffioen bedient ihn sehr gut, diesen Mythos Morrison: wortkarg, nicht mehr als ein "c'mon join me, brother" und das ein oder andere "thank you" zwischen den zuweilen episch langen Songs. Wie an der Schnur aufgereiht spielen "The Doors alive" das, was man den Kanon nennt, die Songs, die jeder Doors-Fan kennen muss. Von "Alabama Song", "Unhappy Girl", "When you're strange" bis zu "Mr. Mojo risin" und "The End". 70 Zuhörer klatschen und jubeln, dazu gehört auch Ingrid Fleckenstein, die "jede Platte von den Doors" besitzt und mit den Songs persönliche Erinnerungen verbindet.

Quelle: NGZ
 
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