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Dormagen
Marketing-Expertin testet Kita-Kinder

Dormagen: Marketing-Expertin testet Kita-Kinder
Mit einem eigenen Memory-Spiel hat Alexandra Kürten 208 Jungen und Mädchen, wie hier Max, aus Dormagener Kindertagesstätten getestet, um herauszufinden, inwieweit Marken schon die Kleinen prägen. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. McDonalds, Mercedes, VW und dann Aldi - das sind die Marken, die auch schon die Jüngsten schnell erkennen. Die "Markenprägung bei Kindern" war das Thema der Studien-Abschlussarbeit der Dormagenerin Alexandra Kürten. Von Franziska Gräfe

Das goldene M des bekannten Burgerbraters in der Einkaufspassage, Edelkarossen mit dem Stern am Kühlergrill en miniature im Kinderzimmer, ein angebissener Apfel auf den Smartphones der Eltern: Überall begegnen schon Kindergartenkinder Marken-Logos und den Frohlockungen der Werbung.

Inwieweit die bunte Markenwelt in Kinderköpfe drängt, damit hat sich die Dormagenerin Alexandra Kürten befasst. Sie machte "Markenprägung bei Kindern" zum Thema ihrer Studien-Abschlussarbeit. "Im Prinzip wollte ich Eltern zum Nachdenken bringen, darüber, ob wirklich ihre Kinder bestimmte Markenprodukte wollen, oder ob es nicht die Eltern sind, die sich Wünsche aus der eigenen Kindheit erfüllen", erklärt Kürten. Um das herauszufinden, betrieb die Marketing-Oekonomin Studien am lebenden Objekt, gleich 208 Mal. So viele Jungen und Mädchen aus zehn Dormagener Kindergärten nahmen mit Einverständnis der Eltern an einer spielerischen Befragung teil. "Ich wollte auf jeden Fall etwas Empirisches machen, und habe überlegt, wie ich es angehe, damit es für die Kinder nicht so trocken ist", sagt die 33-Jährige. Hieb- und stichfest sollten die Ergebnisse sein. Aus eigenen Kindheitserinnerungen entstand die Idee, ein abgewandeltes Memory-Spiel zu basteln. Die Aufgabe: Ordne das Markenlogo dem passenden Produkt zu. Goldenes M wie Pommes und Burger also, springende Großkatze zu Sportschuhen.

Gezeigt wurden Logos aus neun Bereichen, von am Ort präsenten Möbelhäusern über Drogerieketten, Discounter, Sportausstatter bis hin zu Automarken. "Die Kinder waren ganz unterschiedlich, manche erkannten fast nichts, zwei allerdings waren dabei, die nahezu alles zuordnen konnten", erzählt Alexandra Kürten. Ob es große Geschwister, viele Kontakte inner- und außerhalb der Familie gebe, wirke sich deutlich auf die Markenkenntnis der Kinder aus, meint sie. Auch andere Bereiche spielten hinein, angefangen vom Kaufmannsladen bis hin zu Lernmaterial, das Unternehmen, Verbände, Dienstleister kostenlos unters Volk bringen.

Die These der nun diplomierten Marketing-Oekonomin (VWA), dass 80 Prozent aller Kinder markengeprägt seien, bestätigte sich anhand ihrer Studie indes nicht. Alexandra Kürten fasst die Ergebnisse ihrer Befragung so zusammen: "McDonalds, Mercedes und VW rangierten bei Jungs und Mädchen in der Erkennung ganz vorne, danach kam Aldi." Marken also, die im Alltag deutlich sichtbar sind, im Falle der Fastfood-Kette aber auch bleibenden Eindruck machen - "dort können die Kinder das Essen selber aussuchen, manchmal gibt es ein Spielzeug dazu".

Apple und Windows, Ikea und Kellog's rangierten weit hinten. Mit den gewonnen Erkenntnissen will sich Alexandra Kürten, die nebenbei noch journalistisch und als Fotografin unterwegs, beruflich neu in Richtung Marketing orientieren. Beste Voraussetzungen dafür hat sie: Für ihre Abschlussarbeit zur "Markenprägung bei Kindern" gab's eine Eins.

Quelle: NGZ
 
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