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Dormagen
Markt zeigt originelle Handwerks-Kunst

Dormagen: Markt zeigt originelle Handwerks-Kunst
Zum 13. Mal zeigten Aussteller aus ganz Deutschland ihre Deko-Ideen am Kloster Knechtsteden. Gefragt waren auch diese Garten-Kugeln. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. 70 Aussteller präsentierten am Kloster Knechtsteden ihre Waren, darunter Schmuck aus Besteck oder Taschen aus alten Schläuchen. Von Christian Kandzorra

Fehlende Augen, Ohren und Tatzen - das macht den Teddybären von Roswitha Schmidt zu einem schweren Fall. Die vergangenen 48 Jahre haben seine Spuren an dem plüschigen Kuscheltier hinterlassen. "Aber es ist ein wichtiges Familienstück", sagt Roswitha Schmidt, die den Bären wieder ein bisschen "aufpeppen" will.

Die Dormagenerin gab ihn gestern beim 13. Kunsthandwerkermarkt am Kloster Knechtsteden vertrauensvoll in die Hände des Puppendoktors Christian Schneider. Der weiß was zu tun ist - und wird den kleinen "Patienten" wieder flicken. Der gelernte Bankkaufmann kennt sich schließlich mit seinem Handwerk gut aus. Seit Generationen "operiert" er Kuscheltiere, Puppen und Co. - und legt dabei jede Menge Geduld und Fingerspitzengefühl an den Tag.

Diese Fähigkeiten sind auch bei der Herstellung der meisten Dinge gefragt, die die 70 Aussteller beim Kunstmarkt zum Kauf anboten. Hunderte Besucher bummelten am Wochenende über den Klosterhof und ließen sich zwischen Schmuck und Dekorationen inspirieren. "In diesem Jahr sind es allerdings deutlich weniger Besucher als sonst", sagt Veranstalterin Ute Godyla, die das wechselhafte Wetter dafür verantwortlich macht.

An ausgefallenen Angeboten mangelte es aber nicht - im Gegenteil. "Viele Aussteller zeigen sich sehr kreativ und bringen originelle Ideen mit", berichtet Godyla, die mit ihrem Markt in erster Linie ein Ziel verfolgt: Zeigen, wie facettenreich das Kunsthandwerk ist und was es überhaupt gibt. Ein Beispiel für die eher ausgefalleneren Angebote: Handtaschen aus ausgemusterten Feuerwehr-Schläuchen, alten Ledermänteln oder Stoffsäcken der "Deutschen Bundespost".

Eine Affinität zu solchen Dingen hat die Kölnerin Anne-Marie Koll, die ihre originellen Handtaschen im Bullenstall präsentierte. "Ich bin mit dem Markt sehr zufrieden. Viele interessieren sich für mein Handwerk", erzählt Koll, die zum ersten Mal als Ausstellerin am Kunsthandwerkermarkt teilnahm.

Nicht ganz so zufrieden wie Anne-Marie Koll zeigten sich Doris und Wolf-Erasmus Simon. Sie führten nur wenige Meter entfernt live vor, wie aus altem Silberbesteck Schmuckartikel werden. "Wir formen etwa Sahnelöffel zu Kettenanhängern oder Kuchengabeln zu Ringen", beschreibt Wolf-Erasmus Simon, der sich genau wie seine Frau mehr Besucher gewünscht hätte. Trotzdem: Ihr kunstvoll verzierter, meist aufgerundeter Schmuck sorgte gerade bei Frauen für Verblüffung und interessierte Blicke.

Gerade Kunst, die eben nicht alltäglich ist, zieht die Besucher nach Knechtsteden. "Manches ist kitschig. Aber es gibt viele Dinge, die mir sehr gut gefallen", sagt Martina Füchtenbusch aus Gohr, deren Neugierde an einigen Ständen geweckt wurde.

Fündig geworden ist sie bei der Natur-Seife. "Ich lasse mich aber auch gerne bei den Dekorationen inspirieren", sagt Füchtenbusch, die wie die meisten Besucher schon mehrmals auf dem Kunsthandwerkermarkt unterwegs war.

Ein Selbstläufer sei der Markt laut Ute Godyla noch nicht: "Kaum jemand kommt zufällig hierher. Gerade Werbung und originelle Aussteller sind sehr wichtig."

Quelle: NGZ
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