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Dormagen
Markus Kemper ist erneut Kreismeister

Dormagen: Markus Kemper ist erneut Kreismeister
Die Chemie zwischen Fahrer und Pferden muss schon stimmen, damit der Parcours gelingt. Hans-Egon Grund (vorne) und Markus Kemper geben ihr Bestes. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Am Samstag fand in Delrath die Kreismeisterschaft im Fahrsport statt. Um dabei erfolgreich zu sein, ist nicht nur regelmäßiges Training notwendig, sondern es kommt auch auf das gute Zusammenspiel von Pferd und Fahrer an. Von Vera Straub-Roeben

Für die Dormagener Familie Kemper ist ein Leben ohne Pferde vielleicht möglich, jedoch unvorstellbar. Adolf Kemper und seine Frau hatten das Glück der Erde schon längst auf dem Pferderücken gefunden, als sich Nachwuchs ankündigte. Und je sicherer die drei Jungs auf den Beinen waren, umso mehr wollten sie am Leben im Stall teilnehmen. "Meinem Vater war das viel zu gefährlich, uns reiten zu lassen. Deswegen hat er kurzentschlossen die Pferde vor eine Kutsche gespannt, damit wir mitfahren konnten", sagt Markus Kemper. Dem 34-Jährigen wurde der Fahrsport also in die Wiege gelegt - kein Wunder, dass er mit 16 Jahren zum ersten Mal Kreismeister wurde und den Titel seitdem diverse Male verteidigen konnte.

Doch das komme nicht von ungefähr, berichtet er am Samstag, als erneut die Kreismeisterschaft auf dem Gelände der Fahrsportfreunde Neuss, dessen Vorsitzender Adolf Kemper ist, ausgetragen wurde: "Meine Eltern haben mich und meine Brüder immer machen lassen und dazu ermuntert, uns auszuprobieren. Ohne regelmäßiges Training geht es nicht. Wir haben viel Power vor der Kutsche, die es zu delegieren gilt. Unsere Haflinger Cantara und Alexa wiegen jeweils etwa 450 Kilo - da wäre es für sie ein Leichtes, uns in der 200-Kilo-Kutsche in eine brenzlige Situation zu bringen. Die Kontrolle ist eine andere als beim Reiten: Ich habe nur Leine, Peitsche und Stimme zur Verfügung." Die 21 und 19 Jahre alten Stuten - Alexa wurde von Kempers Frau Sabrina mit in die Ehe gebracht - sind für die Pferdefreunde wie echte Familienmitglieder. "Uns geht es immer nur darum, dass alle heil nach Hause kommen: die Pferde, die Menschen, das Equipment."

Am Samstag genoss Markus Kemper seinen Ausgleich zum Büro-Job wieder in vollen Zügen. Die Dressur lief sehr erfolgversprechend für ihn. Er konnte den Kreismeister-Titel aus dem Vorjahr in der Kategorie Zweispänner verteidigen. Ebenso zeigten Martin Willmitzer mit Aprico und O'Mally (2. Platz), sein Schwiegervater Hans-Egon Grund mit Linda und Stan sowie sein Vater Adolf Kemper mit Rolex und Robin eine großartige Leistung. Bei den Einspännern belegte die 20-jährige Pia Klönter mit Mona den ersten Platz, gefolgt von Anna Hüsges (12) mit Vivan und Sophie Hüsges (11) mit Grandessa. "Der Nachwuchs ist schon sehr stark, während bei den Zweispännern doch eher die älteren Fahrer am Start sind ", erklärt Markus Kemper.

Am Nachmittag wurde es nach der eleganten Dressur (analog zur Reitdressur) ganz schön sportlich: Dann standen der Hindernisparcours, bei dem orangefarbene, nummerierte Kegel umfahren werden müssen und der Hindernisparcours mit Geländehindernissen, bei dem die Runden schneller und zusätzlich mit festen Hindernissen gefahren werden müssen, auf dem Programm. Alles unter den strengen Augen der Richter Otto Wörner und Michael Straeten sowie von Fahrausbilder und stellvertretendem Vorsitzenden der Fahrsportfreunde Neuss, Udo Lange, der in diesem Jahr nicht an der Kreismeisterschaft teilgenommen hat. "Der Kutschenführerschein ist zwar keine Pflicht, dennoch für alle, die am Straßenverkehr teilnehmen, eine Empfehlung", erklärte er. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) verlange ihn sogar, vor allem aus Tierschutzgründen.

Quelle: NGZ
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