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Dormagen
Matthias Stürmer ist Begegnungsschüler

Dormagen. Zwölf Schüler aus sechs Nationen sind zurzeit Gast in Dormagen. Eins haben sie gemeinsam: Weil sie einen Deutsch-Wettbewerb gewonnen haben, touren sie nun vier Wochen durch Deutschland. Mit dabei der 15-jährige Leibniz-Schüler. Von Anneli Goebels

Für Matthias Stürmer hätte mit dem ersten Schultag des neuen Schuljahres eigentlich eine neue ganz spannende Phase seines Schullebens begonnen, nämlich der Eintritt in die Oberstufe und damit die Auflösung der Klassenverbände. Doch der 15-Jährige war am ersten Schultag weit weg von Hackenbroich. Während seine Mitschüler dabei waren, sich an das für sie neue Kurssystem zu gewöhnen, schaute der Straberger sich gerade Berlin an. Das tat er gemeinsam mit zwölf Schülern aus Japan, Aserbaidschan, Weißrussland, Litauen, Ungarn und Venezuela. Die 16- bis 18-Jährigen hatten in ihren jeweiligen Heimatländern an einem Deutsch-Wettbewerb teilgenommen und sich dadurch für einen vierwöchigen Deutschland-Aufenthalt qualifiziert.

Seit knapp 20 Jahren, wie Leibniz-Schulleiter Herbert Kremer sagt, besuchen solche Schüler das Hackenbroicher Gymnasium, das einzige im Rhein-Kreis übrigens, dass an dem "Internationalen Preisträgerprogramm" , koordiniert vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz, teilnimmt. Und jedes Jahr kann sich ein Schüler der Jahrgangsstufe 10 um den "Posten" des sogenannten Begegnungsschülers bewerben. Und so war Matthias bereits dabei, als die Gäste auf dem Köln-Bonner Flughafen ankamen. "Zuerst sind wir logischerweise einige Tage in Bonn geblieben", erzählt er. Es habe nicht lange gedauert, bis sich alle akklimatisiert hätten. Und die Verständigung? Natürlich auf Deutsch. Von Bonn ging es dann einige Tage nach Berlin. Seit dem 19. August sind die Schüler in Dormagen und leben dort bis Mittwoch in Gastfamilien. Auch Matthias hat einen Gastschüler zu Hause. Für ihn heißt es augenblicklich auch, an seinem eigenem Unterricht teilzunehmen, bevor es übermorgen zum Abschluss dann noch einige Tage nach München geht.

"Das macht einfach unheimlich Spaß. Ich kann jedem nur raten, sich als Begegnungsschüler zu bewerben", sagt Matthias, der in seiner Freizeit Judo macht und Mitglieder des Straberger Feuerwehr-Löschzugs ist. Während ihres Aufenthalts in Dormagen haben die Schüler "aus aller Welt" 21 Stunden Deutsch-Unterricht. Den geben die beiden Lehrerinnen Sarah Schiffer und Julia Vierling. "Die Deutsch-Kenntnisse sind recht unterschiedlich", sagt Sarah Schiffer. Aber man versuche, den Stoff so zu wählen, dass alle sich beteiligen können. So war eine Aufgabe für die jungen Leute, das Haus/die Wohnung der Gasteltern zu beschreiben. Wünsche hatten die Besucher auch. "Die Japaner wollten unbedingt mal eine Landesgrenze sehen", sagt Matthias. Dieser Wunsch wurde ihnen erfüllt. Nach einem Besuch der Stadt Aachen, ging es zum nahe gelegenen Dreiländerpunkt. Dort standen sie dann nach nur einem Schritt mal auf deutschem, dann auf niederländischem und schließlich auf belgischem Boden.

Dass die Begleitung und damit die Aufgabe als Begegnungsschüler nach der Münchenfahrt zu Ende ist, bedauert Matthias sehr. Dann beginnt auch für ihn das neue Schuljahr richtig. "Schade", sagt er und meint damit vielleicht gleich beides.

Quelle: NGZ
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