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Dormagen
Mediziner mag den Blick über freie Felder

Dormagen: Mediziner mag den Blick über freie Felder
Dormagen. Professor Dieter Moschinski war der erste Chef der Chirurgie im Dormagener Kreiskrankenhaus. Von Anneli Goebels

In Essen ist er aufgewachsen, hat in Kiel, Wien und Düsseldorf Medizin studiert, in Heidelberg und Hamburg gearbeitet und geforscht, in Paris habilitiert - und ist schließlich in Dormagen gelandet. Darüber muss Professor Dieter Moschinski selbst lachen, denn eigentlich ziehe es ihn ans Wasser, sagt er. Offensichtlich sind seine Vorlieben aber vielfältig, denn mehrere Wochen des Jahres verbringt der 77-Jährige auch in Kärnten, seit er sich 2004 als Chef der Chirurgie im Kreiskrankenhaus Dormagen verabschiedet hat. In Österreich leben auch seine beiden Töchter aus erster Ehe, mit zweiter Frau und den beiden Söhnen wohnt Moschinski in Delhoven. Von dort zieht es den Mediziner hinaus ins Freie. "Ich liebe den Blick über die Felder", sagt er. Das beruhige ihn sehr.

Gern hält er sich aber ebenso in der City-Buchhandlung auf und stöbert nach neuer Lektüre. Auch das Café Sugarbird Cupcake in Delhoven besucht er oft, bevorzugt mit seinen Söhnen. Großstadtluft schnuppert Moschinski am liebsten in Köln - Ehren-, Mittelstraße, Neumarkt und das Café "Törtchen" sind sozusagen sein Revier. Und ganz der Medizin den Rücken gekehrt hat der Chirurg nicht. Denn nicht nur, dass in der Familie genug Mediziner sind (Ehefrau, eine Tochter, ein Sohn studiert Medizin), Dieter Moschinski arbeitet selbst noch einen Nachmittag in der Woche in einer orthopädischen Praxis in Meerbusch. Und "sein kleines Krankenhaus am Rande der Stadt" in Hackenbroich hat er auch noch nicht so ganz verlassen: Denn seit der Gründung des Fördervereins 2009 ist er dessen Vorsitzender. Und die Verbundenheit wird auch dadurch deutlich: Moschinski begann seinen Dienst im September 1980, einige Wochen, bevor das Krankenhaus im November offiziell eröffnet wurde.

Professor Dieter Moschinski lebt mit seiner Familie in Delhoven. FOTO: lber

Im Sommer widmet er sich noch einem anderen Hobby: dem Bearbeiten von Holz - Holz, das er an Stränden findet oder das ihm geschenkt wird. "Dann nehme ich zum Teil schweres Gerät in die Hand, wie eine Kettensäge, und lege los", sagt er. Trennen kann er sich nur schlecht von seinen Werken. Drei Mal hat er auch bei der Dormagener D'Art ausgestellt - und die Preise so hoch gesetzt, dass niemand zugriff.

Quelle: NGZ
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