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Dormagen
Mehr Flüchtlinge nach Horrem

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Dormagen. Der Weg ist frei für zwei Asylheime an der Kieler Straße und am Rudolf-Harbig-Weg. Weitere drei Unterkünfte werden vorbereitet, Bürger und Politik gehört. Von Carina Wernig

Die Verwaltung kann die Aufträge für zwei Flüchtlings-Unterkünfte mit insgesamt 250 Plätzen in Horrem vergeben. Zudem kann sie die Ausschreibung für drei neue Unterkünfte (350 Plätze) in Rheinfeld, Nievenheim und Delhoven - ohne festgelegte Straßennamen - starten. Das beschloss der Hauptausschuss einstimmig in einer dringlichen Entscheidung. Formuliert hatte den Kompromiss der stellvertretende CDU-Fraktionschef Jo Deußen, der auch sagte: "Wir können die Flüchtlingsverteilung nur im Schulterschluss zwischen Verwaltung und Politik umsetzen. Es ist unkritisch, dass alle Stadtteile mit einbezogen werden müssen." Das Budget von 15 Millionen Euro bezieht sich auf elf Standorte.

Bereits im Januar 2016 sollen die zwei neuen Unterkünfte in Horrem fertig sein: gegenüber der Feuerwehr an der Kieler Straße im Top-West-Gewerbegebiet und auf der freien Fläche vor der Wiese am Sportzentrum am Rudolf-Harbig-Weg, wo bis vor kurzem eine Baracke stand (). Dazu gibt es bereits am 4. Dezember eine Bürgerversammlung in Horrem.

"Die Lage ist dramatisch", hatte Lierenfeld auf die weiter gestiegene Zahl von 627 zugewiesenen Asylsuchenden aufmerksam gemacht, die vor allem aus Syrien stammen. Einen großen Dank richtete er an Bauer Kallen, der seine Unterkünfte für Saisonarbeiter bis Ende Februar zur Verfügung gestellt hat. Dort wohnen nun 57 Flüchtlinge. Mit den 350 Flüchtlingen in den beiden Landes-Notunterkünften leben knapp 980 Flüchtlinge zurzeit in Dormagen.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Da sich deren Zahl laut Hochrechnung bis Ende 2016 mindestens verdoppeln wird, müssen weitere Unterkünfte im ganzen Stadtgebiet geschaffen werden. Einig waren sich die Fraktionen darin, dass eine dezentrale Unterbringung eine bessere Integrations-Chance bedeute.

Zudem setzte Bürgermeister Erik Lierenfeld eine zusätzliche Hauptausschuss-Sitzung für den 18. Dezember an. Dabei entscheidet die Politik nach Bürgerversammlungen in Nievenheim (9.), Rheinfeld (14.) und Delhoven (15.) über die nächsten Standorte, nachdem Bürger Anregungen einbringen konnten. Ausdrücklich warb Lierenfeld für weitere Alternativen: "Wer eine Idee für alternative Standorte hat, kann sich gern bei der Verwaltung melden." Allerdings müssten diese Flächen wirtschaftlich darstellbar, verfügbar und schnell zu erschließen sein.

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Nun kann Kämmerin Tanja Gaspers in der nächsten Woche bereits den Ausschreibungs-Wettbewerb für die Holzhäuser starten, so dass die Vergabe Ende Dezember erfolgen kann. Wären die Asylheime nicht zeitnah zu verwirklichen, müsste die Verwaltung auf Turnhallen zurückgreifen, was nicht gewünscht sei, so Gaspers: "Dafür kämen die Dreifachhalle Zons, die Doppelhalle Hackenbroich und die Dreifachhalle der Gesamtschule Nievenheim in Frage."

Eine weitere Entscheidung ist in Sachen Landeserstaufnahme-Einrichtung "Wahler Berg" gefallen, wie der Bürgermeister für den erkrankten Ersten Beigeordneten Robert Krumbein erklärte: "Die Bezirksregierung will das Projekt für 500 Flüchtlinge nicht mehr mit der Stadt Dormagen entwickeln, sondern prüft nun eine eigene Realisierung."

Quelle: NGZ
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