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Dr. Hinrich Wieder
Mehr Service für Radiologie-Patienten

Dr. Hinrich Wieder: Mehr Service für Radiologie-Patienten
FOTO: Tinter Anja
Dormagen. Seit Januar bieten die Zentren für Radiologie und Nuklearmedizin in den beiden Kreiskrankenhäusern in Dormagen und Grevenbroich längere Öffnungszeiten, montags bis freitags bis 22 statt 16 Uhr, an. Ein Fazit nach gut fünf Monaten.

Hackenbroich Dr. Hinrich Wieder ist Facharzt für Radiologie und Nuklearmedizin am ZRN in Hackenbroich. Auf das vom Bundestag verabschiedete Gesetz, dass ab dem 23. Januar 2016 Patienten innerhalb von vier Wochen einen Facharzt-Termin bekommen, reagierte auch das ZRN an der Dr.-Geldmacher-Straße.

Herr Dr. Wieder, seit Januar bietet das Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin am Dormagener Krankenhaus 30 Stunden mehr an, um in erster Linie der Nachfrage nach mehr MRT-Untersuchungen gerecht zu werden. Hat sich das bis jetzt gelohnt?

Dr. Hinrich Wieder Auf jeden Fall. Wir merken schon jetzt, dass durch die kürzeren Wartezeiten auf einen MRT-Termin die Zufriedenheit der Patienten steigt. Wir können schneller eine Diagnose stellen und damit kann der überweisende Arzt häufig seinem Patienten schneller helfen, da er jetzt früher die Möglichkeit hat, eine adäquate Therapie zu veranlassen.

Wer kommt in erster Linie in der Zeit zwischen 18 und 22 Uhr?

Wieder Es kommen viele Berufstätige. Wir haben aber auch oft ältere Patienten, die nun die Möglichkeit haben, z.B. von ihren berufstätigen Kindern nach deren Arbeit zu uns zur Untersuchung gebracht zu werden.

Wie lange müssen Ihre Patienten jetzt auf einen Termin warten?

Wieder Wenn wir auf dem Überweisungsschein sehen können, dass der überweisende Arzt eine MRT-Untersuchung innerhalb von vier Wochen für sinnvoll erachtet, können wir diesen Zeitrahmen, wie vom Gesetzgeber vorgeschlagen, auch einhalten. Bei Patienten mit Routineuntersuchungen beträgt die Wartezeit bis zu sechs Wochen. Wenn der zuweisende Arzt bei sehr dringenden Untersuchungen bei uns direkt anruft, bekommen Patienten auch wie vorher bei uns einen Termin innerhalb weniger Tage.

Stellen Sie fest, dass jetzt mehr Patienten aus der Region zu Ihnen kommen, durchaus auch von weiter weg, weil sie lieber eine längere Anfahrt in Kauf nehmen, als Monate auf einen Termin zu warten?

Wieder Das merken wir schon, dass Patienten auch von weiter weg zu uns kommen, um rascher einen MRT-Termin zu erhalten. Das ist sicher mit ein Grund dafür, dass unsere Wartezeiten tendenziell eher wieder ansteigen. Unser vorrangiges Ziel ist aber, die Servicekapazität im Rhein-Kreis Neuss zu erweitern.

Für die "Mehr-Stunden" mussten Sie welches Personal einstellen?

Wieder In Dormagen haben wir zusätzlich drei Mitarbeiterinnen eingestellt, eine MTRA, eine Anmeldungskraft und eine Ärztin. Ähnlich haben wir das Personal auch an unserem anderen Standort in Grevenbroich aufgestockt.

Glauben Sie, dass der Trend dahin geht, dass immer mehr Fachpraxen Sprechzeiten bis in die Nacht hinein anbieten müssen, um dem Anspruch, innerhalb von vier Wochen einen Termin zu vergeben, gerecht werden zu können?

Wieder Das ist individuell sicher von Praxis zu Praxis sehr verschieden. Wir hatten zwei Möglichkeiten, die Anzahl der MRT-Untersuchungen zu erhöhen. Wir hätten die Dauer der Untersuchung am MRT-Gerät selbst von derzeit 20 bis 30 Minuten verkürzen können, was jedoch auf Kosten der Bildqualität gegangen wäre, die sich dadurch verschlechtert hätte. Also haben wir die zweite Möglichkeit gewählt, nämlich die Öffnungszeiten auszuweiten.

Eigentlich ist ja immer die Rede davon, dass die Fachärzte für Allgemeinmedizin mit Praxis auf dem Land aussterben. Offensichtlich scheint es aber doch auch zu wenige Facharzt-Praxen zu geben. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Wieder Ich glaube, diese Frage kann ich hier nicht in der Kürze angemessen beantworten. Das Thema ist sehr komplex und von zu vielen Faktoren abhängig.

Werden Sie in jedem Fall Ihre Zeiten, montags bis freitags bis 22 Uhr, beibehalten?

Wieder Wir haben in den vergangenen Wochen schon so viele gute Erfahrungen mit den neuen Zeiten gemacht, dass ich Ihre Frage sicher mit ja beantworten kann.

ANNELI GOEBELS STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: NGZ
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