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Dormagen
Mehr Verkehrstote bei Unfällen im Rhein-Kreis

Infos: Unfallstatistik 2015 für den Rhein-Kreis Neuss
Infos: Unfallstatistik 2015 für den Rhein-Kreis Neuss
Dormagen. 309 Schwerverletzte und elf Tote bei Verkehrsunfällen - das ist die Bilanz der Kreis-Unfallstatistik 2015. Zwei Todesopfer in Dormagen. Von Andreas Buchbauer

Die Polizei hat gestern ihre Unfallstatistik für das vergangene Jahr vorgelegt. Zwar sind die Zahlen kreisweit im Vergleich zu 2014 relativ konstant. In Dormagen sind bei 192 Verkehrsunfällen (2014: 196) mit Verletzten weniger Verkehrsteilnehmer bei Unfällen verunglückt (247) als im Vorjahr (252). Allerdings ist die Zahl der Schwerverletzten deutlich gestiegen. 2015 waren es 49 Verkehrsteilnehmer, 2014 lediglich 28. Außerdem gab es zwei Todesopfer: Ein 57 Jahre alter Kradfahrer war am 18. August an der Kreuzung Kloster-/Hauptstraße mit einem Pkw kollidiert und starb an den Folgen des Unfalls. Zudem verstarb eine 73 Jahre alte Porsche-Fahrerin, die am 6. Dezember auf der L 380 frontal mit einem Kombi zusammenstieß.

Die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr ist 2015 im Kreis angestiegen. Während 2014 sieben Personen durch Unfälle ums Leben kamen, waren es im Vorjahr elf. Bei der Vorstellung der Unfallstatistik 2015 merkte man Landrat Hans-Jürgen Petrauschke an, dass ihn diese Zahlen betrüben. "Man muss sich stets vor Augen führen, was das für die Familie bedeutet", sagte er. Bei den Toten handelt es sich um vier Kradfahrer sowie drei Fußgänger und je zwei Fahrrad- beziehungsweise Pkw-Fahrer. Insgesamt hat die Zahl der Unfälle im Kreis zugenommen. 2014 waren es 12.477, 2015 hingegen 12.970. Davon waren 4216 meldepflichtig. Es wurden 309 Personen schwer verletzt (2014: 275).

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Bei den Verletzten handelt es sich laut Polizei vor allem um sogenannte "schwache Verkehrsteilnehmer". Dazu gehören Fußgänger, Radfahrer, Kinder, Senioren und motorisierte Zweiradfahrer. Gerhard Kropp, Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei, mahnt daher zur Vorsicht - und wirbt für Schutzmaßnahmen. Bei schweren Fahrradunfällen sei zum Beispiel in mehr als der Hälfte der Fälle ein Fehlverhalten des Radfahrers die Ursache gewesen. "Außerdem trug keiner der getöteten Radfahrer einen Helm", sagt Kropp. Gerade da gebe es Nachholbedarf. Landrat Petrauschke: "Was beim Skifahren längst gang und gäbe ist, sollte auch beim Radfahren gelten - nur mit Helm."

Bei schweren Unfällen ist häufig überhöhte Geschwindigkeit eine Ursache. Die Polizei geht gegen Hauptunfallursachen verstärkt vor - nicht nur mit Tempo-Kontrollen. Abteilungsleiter Detlef Gernandt macht jedoch vor allem Sorge, dass immer mehr Verkehrsteilnehmer erwischt werden, die sich unter Drogen- beziehungsweise Alkoholeinfluss hinters Steuer setzen. "Wir haben jeden Tag Beamte im Einsatz, die sich ausschließlich um entsprechende Kontrollen kümmern." Etwa zehn Prozent der dabei von der Polizei gestoppten Verkehrsteilnehmer sind auffällig - weil sie Alkohol, THC (Cannabis) oder Amphetamine konsumiert haben. "Und das sind keine Zahlen, die von Kontrollen nach einem Wochenende stammen. An einem Donnerstagnachmittag ist es genauso."

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Eine positive Nachricht: Elf von 15 Unfallhäufungsstellen im Kreis wurden beseitigt. Als Unfallhäufungsstelle gelten nach wie vor zwei Abschnitte auf der L 280 in Horrem.

Detaillierte Zahlen aus den einzelnen Städten im Kreis sehen Sie in dieser Infostrecke.

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Quelle: NGZ
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