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Dormagen
"Mein Cousin, der Verleger Taschen"

Dormagen: "Mein Cousin, der Verleger Taschen"
Die Delhovenerin Anita Kelzenberg mit einem Foto ihrer Cousinen und Cousins, darunter Benedikt Taschen (u.), aus einem Bildband. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Anita Kelzenberg berichtet über ihren erfolgreichen Vetter Benedikt Taschen, der in seiner Kindheit oft nach Delhoven kam. Von Carina Wernig

Er trifft die Schönen und Reichen von Hollywood bis New York: Benedikt Taschen (56) ist als erfolgreicher Verleger von Kunstbüchern des von ihm gegründeten gleichnamigen Verlags als Gesprächs- und Geschäftspartner gefragt. So stellte er vor einem Jahr den riesigen Taschen-Bildband "Naomi" über das Supermodell Naomi Campbell und ihre 30 Jahre dauernde Top-Karriere gleich mehrfach im Beisein des Superstars vor. Nur noch wenige der 2000 Euro teuren Bücher sind noch erhältlich.

Für eine ist er nicht der Verleger zeitgenössischer Kunst und Fotos, sondern "der Bene", erklärt Anita Kelzenberg. Die 64 Jahre alte Delhovenerin ist seine Cousine. Gern erzählt sie von der Jugendzeit, als Benedikt Taschen mit seiner Familie "alle Sonntage bei uns zu Hause in Delhoven verbracht hat", weist sie darauf hin, dass die Familie ihres Onkels Dr. Benedikt Taschen sen. jedes Wochenende aus dem nahen Köln zurück nach Hause kam, wo Kelzenbergs Mutter Maria Oehmen das großelterliche Haus der Taschens an der Klosterstraße übernommen hatte. Benedikt und seine vier viel älteren Geschwister kamen gern nach Delhoven, wie sich Anita Kelzenberg erinnert: "Wir haben immer viel Spaß gehabt, seine Wurzeln liegen hier." Jetzt freut sie sich immer, wenn sie in den Medien etwas über ihren acht Jahre jüngeren Cousin sieht.

"Wir verfolgen seine Karriere seit langem," sagt die städtische Beamtin. Ab und zu gibt es sogar noch Treffen, allerdings nicht mehr so häufig - und oft aus traurigem Anlass, wie zur Beerdigung ihrer Mutter Maria vor knapp vier Jahren. Inzwischen lebt Benedikt Taschen in Berlin und Los Angeles, wo er vor fast 20 Jahren das "Ufo-Haus" des Avantgarde-Architekten John Lautner gekauft hat. Seine in Mailand lebende Tochter Marlene Taschen, eins von fünf Geschwistern, ist seit zehn Monaten Mit-Geschäftsführerin des Taschen-Verlags.

Als stolze Cousine hat Anita Kelzenberg auch einen 34 Jahre alten Artikel aus einem Magazin aufbewahrt, in dem die Anfangsjahre des Unternehmers Benedikt Taschen geschildert werden: Mit gerade noch 18 Jahren hatte er Anfang 1980 seinen ersten Comic-Laden in Köln eröffnet, den er kurzerhand "Benedikt Taschen" nannte. "Bene hat sich immer schon für Comics und Kunst interessiert und gesammelt", berichtet seine Cousine, die beeindruckt davon ist, wie er sich ohne Wirtschaftsstudium sein Kunstbuch-Imperium aufgebaut hat: "Das ist schon etwas Besonderes", sagt die 64-Jährige. Denn Benedikt Taschen erkannte eine Marktlücke und bot hochwertige Kunst-Bildbände in großer Auflage für erschwingliche Preise an. Die Taschen-Serie zu Künstlern ist nicht nur Galerie- und Museumsgängern ein Begriff. Mit einer Annie-Leibovitz-Monographie über die berühmte Fotografin begann der große Erfolg. Inzwischen hat der Taschen-Verlag auch einige limitierte, meist mehrere Kilogramm schwere Großformat-Ausgaben (Helmut Newton, Muhammad Ali, Rolling Stones) zu höheren Preisen, wie die zu "Naomi", herausgebracht.

Quelle: NGZ
 
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