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Dormagen
Meisterpianist spielt Klassik-Höhepunkte

Dormagen. Der Konzertpianist Menachem Har-Zahav ist in Dormagen längst kein unbekannter Musiker: In Tel Aviv geboren, in den USA aufgewachsen, lebt er seit vielen Jahren in Deutschland und besucht auf seinen Konzerttourneen regelmäßig die Chemiestadt.

Gleichwohl war jetzt bei seinem Programm "Piano Classics" in der Kulturhalle an der Langemarkstraße die Zuhörerschar recht übersichtlich. Da Har-Zahav zu seinen Konzerten Besuchern unter 18 Jahren freien Eintritt gewährt, war aber der Anteil an Kindern und Jugendlichen hoch. Der Pianist begann mit poetischen Naturbildern, etwa den Volksweisen nachempfundenen Variationen "Die Lerche" des russischen Komponisten Michail Glinka, der reinen Mondscheinsymbolik "Claire le lune" von Claude Debussy und den aufregenden Tremolo-Ekstasen zu Beginn des "Jeux d'eau", in dem Maurice Ravel Wasserläufe plätschern und sprudeln lässt. Schön war, dass das Publikum diese drei Naturbilder als Einheit betrachtete und nicht durch Beifall unterbrach.

Von Debussy spielte Menachem Har-Zahav auch das Virtuosenstück par excellence "L'isle joyeuse". Nach lydischem Triller entfaltet sich die glückliche Insel zum Traum, ist aber "schwere Kost" für jeden Virtuosen. Diesen Anforderungen wurde der Interpret mit Perfektion in ruhiger Gelassenheit gerecht. Das reichte natürlich auch für die düstere g-Moll-Ballade (op. 23) von Frédéric Chopin. Die beiden Werke von Sergej Rachmaninow überzeugten hingegen nicht. Das "Prélude g-Moll" (op. 23,5) blieb trotz der Klangfülle stereotyp, und op. 33,5 aus den "Ètudes-Tableaux" war glamouröse Virtuosenmusik. Dafür war auch der Flügel in der "Kulle" nicht geeignet, im Bass knallte es.

Weitaus schöner die drei Intermezzi und die Rhapsodie op. 119, den letzten Klavierwerken von Johannes Brahms.

Mit Empfindsamkeit steigert der Interpret seinen Vortrag vom ersten, lyrisch schlichten Intermezzo zur heroischen Rhapsodie. Selten fehlt in seinen Konzerten Musik von George Gershwin. Seine jazzige "Rhapsody in Blue" war nach dem Motto "Wiederhören macht Freude" brillant gespielt, ebenso wie die Zugabe aus den "Three Preludes" des gleichen Komponisten und ebenfalls in "a jazz idiom". Das begeisterte die Zuhörer.

(Nima)
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