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Dormagen
Messdiener raspeln wieder in der Karwoche

Dormagen: Messdiener raspeln wieder in der Karwoche
Kerstin Berger und Reinhild Offers (r.) werden Karfreitag und am Karsamstag mit Raspeln durch Nievenheim ziehen. FOTO: Salzburg
Dormagen. Reinhild Offers und Kerstin Berger gehören zum Nievenheimer Messdiener-Leiterteam. Deren Einsätze vor Ostern stehen längst fest. Von Vor Anneli Goebels

Da liegen sie, 30 Raspeln, das ganze Jahr über gut verstaut, aber vor Ostern haben sie ihren großen Einsatz. Am Karfreitag und Karsamstag werden 30 Messdiener (in Nievenheim gibt es 40) jeweils drei Mal pro Tag durch den Ort ziehen und kräftig raspeln. Bereits um 7 Uhr morgens geht es los – zu Fuß oder auf Inlinern –, dann wieder um 12 Uhr mittags und schließlich um 18 Uhr. "Wenn wir raspeln, kann keiner mehr schlafen", sagt Kerstin Berger und lacht.

Recht hat sie. Wer unmittelbar daneben steht, wenn die Mädchen und Jungen das "Gerät" bedienen, der fährt unwillkürlich zusammen. Laut sollen sie aber auch sein, denn sie ersetzen an den beiden Tagen den Klang der Kirchenglocke und erinnern damit an den Leidensweg Jesus'.

Kerstin und Reinhild macht das zweitägige "Spektakel" Spaß. Beide sind schon seit vielen Jahren Messdiener, begonnen haben sie den Dienst nach ihrer Kommunionsfeier. Mittlerweile gehören sie zur zehnköpfigen Leiterrunde. Dabei ist die 20 Jahre alte Kerstin, die in Düsseldorf Medizin studiert, zuständig für den "Raspeln-Einsatzplan", die 17-jährige Reinhild, die nach den Osterferien ihr Abitur am Norbert-Gymnasium machen wird, für die Ausbildung des Nachwuchses. "Ende Mai werde ich wieder mit den Neuen anfangen", sagt sie, und sie erinnert sich noch gut daran, wie aufregend es für sie war, als sie das erste Mal am Altar dienen durfte.

Zwischen den einzelnen "Raspel-Touren" werden die Messdiener am Samstag auch an den Haustüren klingeln und um eine Spende bitten. "Meistens bekommen wir Geld, aber manchmal auch Eier oder Süßigkeiten", erzählt Reinhild. Dollar und Schweizer Franken waren auch schon in der Sammelbüchse. Der Spendererlös wird gedrittelt: Er wird verteilt an die Messdiener, die mitgegangen sind, kommt in die Messdiener-Kasse und wird an eine gemeinnützige Organisation verschenkt.

Basteln, spielen, im Sommer Eis essen, im Advent Plätzchen backen – das wird während der Gruppenstunden, die einmal im Monat stattfinden, gemacht. 200 Euro stehen für Material pro Jahr zur Verfügung. "Das ist nicht viel", meinen die beiden. Auch ein Sommer- sowie ein Winterausflug gehören zum Jahresprogramm. Leider aus Zeitmangel, wie die beiden bedauern, keine mehrtägige Fahrt mehr.

Ins Leiter-Team wird man "berufen", heißt: Andere Leiter sprechen einen an. Wer Interesse hat, muss auch entsprechende Schulungen machen. Regelmäßig trifft sich die Runde, darüber werden Protokolle geführt. Kerstin und Reinhild verbindet aber nicht nur diese Aufgabe. Beide sind auch Mitglied der Tanzgarde "Let's dance", die 2012 gegründet wurde.

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