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Dormagen
Metalldiebe stören Bahnverkehr nach Köln

Dormagen. Unbekannte stehlen 120 Meter Messingseil. Ein Regionalexpress fährt in die hängende Oberleitung. Von Klaus D. Schumilas

Metalldiebe haben gestern für eine erhebliche Störung des Bahnverkehrs zwischen Dormagen und Köln gesorgt. Bis in den Abend hinein waren Techniker der Bahn mit Reparaturarbeiten beschäftigt. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden", sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen eines Privatunternehmers zwischen Dormagen und Köln-Nippes ein. Die Züge der Linie S 6 von Köln-Nippes bis Köln-Worringen fielen komplett aus. Die Züge der Linie S 11 von Düsseldorf und Neuss in Richtung Bergisch Gladbach wurden ab dem Dormagener Chempark bis Köln-Longerich ohne Halt umgeleitet. Dazwischen konnten fünf Haltepunkte im Kölner Stadtgebiet nicht angefahren werden. In Gegenrichtung lief der Verkehr.

Unbekannte hatten in der Nacht von Montag auf Dienstag sogenannte Oberleitungserdanker entwendet. Dabei handelt es sich um Ankerseile aus Messing, die zur Stabilisierung der Oberleitungsmasten dienen. Laut einem Bahnsprecher nahmen die Diebe rund 120 Meter Seil mit. "Kein Einzelfall", so der Sprecher, "aber zum Glück kommt diese Art von Diebstählen nicht regelmäßig vor."

Aufgrund des Diebstahls riss ein durchfahrender Regionalexpress R 6a die durchhängende Oberleitung auf einer Länge von 200 Metern ab, wodurch der Zug zum Stehen kam. Er konnte aber noch den Bahnhof Dormagen erreichen, wo die 200 Reisenden ihn verlassen und in nachfolgende Züge umsteigen mussten. Das Fahrzeug, ein sogenanntes 425er-Doppel, stand gestern Nachmittag noch dort auf Gleis 1. Kurz nach Mitternacht war die Kölner Bundespolizei über den Vorfall informiert worden. Sie hat jetzt ein Ermittlungsverfahren aufgenommen wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und wegen eines besonders schweren Falls von Diebstahl. Wie die Diebe die 120 Meter Messingseil abtransportiert haben, ist unbekannt.

Quelle: NGZ