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Dormagen
Michel-Kantor aus Hamburg begeistert mit barocker Pracht

Dormagen. Christoph Schoener gastierte in der Reihe "Konzertante Kirchenmusik im Schatten von St. Pankratius". Von Hansgeorg Marzinkowski

Die Reihe prominenter Organisten, die sich im Nievenheimer "Schatten von St. Pankratius" die Ehre geben, wird immer umfangreicher. Nachdem im vergangenen Oktober der Kölner Domorganist Professor Winfried Bönig das attraktive Instrument spielte, war nun Christoph Schoener, Kirchenmusikdirektor an der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, zu Gast an der Nievenheimer Sauer-Orgel, die 2016 bereits 20 Jahre in der Wallfahrtskirche den guten Ton angibt.

Der Musikchef am Hamburger Michel hatte 2015 spontan "Ja" gesagt, als er beim Orgel-Interpretationskursus für die Seelsorgebereichsmusiker des Kreisdekanats Neuss von Kantor Bert Schmitz nach Nievenheim eingeladen wurde. In Christoph Schoeners Konzertleben spielt das gesamte Orgelschaffen von Johann Sebastian Bach und Beiträge der deutschen Romantik eine besondere Rolle. So auch in St. Pankratius.

Bachs "Präludium und Fuge in D-Dur" (BWV 532) war der prächtige Auftakt mit Tonleiterläufen auch im Pedal. Dass sich der Interpret mit den Klangmöglichkeiten der Nievenheimer Orgel bestens vertraut gemacht hatte, zeigte Bachs Choralbearbeitung "Christ lag in Todesbanden" (BWV 718): Die Begleitung war mit einer Rohrflöte sehr verhalten registriert, der reich verzierte "Cantus firmus" wirkte unmittelbar im Sesquialter im Rückpositiv.

Nahezu exemplarisch stellte der Kirchenmusikdirektor des Hamburger Michels in Nievenheim vielfältige Registerkombinationen in Klavierwerken Bachs vor, die Schoener für Orgel transkribiert hat. Neben zwei Toccaten machte dies vor allem die zehn Variationen der "Aria variata (alla maniera italiana) a-Moll" (BWV 989) spannend und abwechslungsreich.

Bereits Max Reger hatte Bachs Klavier-"Toccata und Fuge D-Dur" (BWV 912) für Orgel eingerichtet. Christoph Schoener spielte sie großartig als Symbiose zwischen romantischer Emotionalität und fantastischem Virtuosentum bis zum rauschenden Finale. Damit schloss sich auch ein beeindruckender Bogen zum eingangs gespielten D-Dur Präludium.

Quelle: NGZ
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