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Dormagen
Migranten für Kulturprojekt gewinnen

Dormagen: Migranten für Kulturprojekt gewinnen
Als Vorbild für ein multikulturelles Theaterprojekt in Dormagen kann die Neusser Gruppe "Die Interkontinentalen" dienen. FOTO: Off-Theater Neuss
Dormagen. Dormagens Integrationsrat will nach Neusser Vorbild ein Theaterstück mit Einheimischen und Zuwanderern initiieren. Von Stefan Schneider

Die Dormagenerin Rosemarie Bothe schauspielert gerne. Am Neusser Off-Theater gehört sie zu der Gruppe "Die Interkontinentalen", die in Kooperation mit den Caritas-Sozialdiensten und dem "Off" Stücke auf die Bühne bringen, bei denen sich das Team der Akteure sowohl aus Einheimischen, als auch aus Zuwanderern zusammensetzt. Im Kern geht es um das Kennenlernen anderer Kulturformen und den Austausch über kulturell bedingte Unterschiede, aber auch um Gemeinsamkeiten. So etwas könnte man doch auch in Dormagen ausprobieren, dachte sich Bothe. Und damit war die Idee eines multikulturellen Theaterstücks nach Neusser Vorbild geboren.

Der Vorschlag war nun Thema im Dormagener Integrationsrat, der als Initiator für die Umsetzung auftreten möchte. So wurde es von dem Gremium einstimmig (bei zwei Enthaltungen) beschlossen. Tim Wallraff (Bündnis 90/Die Grünen) regte in diesem Zusammenhang an, Flüchtlinge in Dormagen ausdrücklich mit einzubeziehen. Zunächst gilt es allerdings, zwei hohe Hürden zu überwinden: Gebraucht wird ein Träger für das Projekt, und die Finanzierung muss geklärt werden.

Jessica Höhn rechnet mit der Umsetzung deshalb vorsichtshalber erst "frühestens im Herbst nächsten Jahres, vielleicht auch erst 2017". Die Theaterpädagogin aus Köln leitet die "Interkontinentalen"-Gruppe am Off-Theater und kann auf vielfältige Erfahrungen mit ähnlichen Projekten verweisen. "Mein Schwerpunkt sind Formate mit Begegnungscharakter. Junge und Alte spielen zusammen, Menschen mit und ohne Behinderung, mit und ohne Demenz", erzählt Höhn im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch Sprachprojekte mit Grundschulkindern in den Ferien gehören zu ihrem Tätigkeitsfeld.

Höhn kann sich gut vorstellen, sich auch in Dormagen einzubringen. Für den Integrationsrat hat sie bereits ein Exposé für ein multikulturelles Theaterprojekt in der Chemiestadt vorgelegt. Ihre Zielgruppe sind demnach Menschen aus Dormagen, die aus unterschiedlichen Herkunftsländern stammen - mit und ohne Theatererfahrung. Als Probenort könnte der Saal des Bürgerhauses Hackenbroich (Salm-Reifferscheidt-Allee) dienen. Das hätte den Vorteil, dass dort auch eines der Cafés Grenzenlos angesiedelt ist, das die Integration besonders von Flüchtlingen unterstützen soll. Als Träger für das Theaterprojekt hält Höhn Organisationen wie zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas oder die Diakonie für gut geeignet.

Sollte es zur Verwirklichung der multikulturellen Theateridee in Dormagen kommen, empfiehlt die Theaterpädagogin einen kompakten Zeitraum für die Proben, an deren Ende zwei Aufführungen stehen sollten. "Man muss bedenken, dass viele Flüchtlinge nur einen begrenzten Zeitraum da sind", erinnert Jessica Höhn. Keine Sorgen macht sie sich wegen der Verständigung. "Notfalls kann man einen Dolmetscher hinzuziehen. Aber bei den Interkontinentalen in Neuss läuft das auch so. Die Übersetzung der Teilnehmer untereinander klappt."

Quelle: NGZ
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