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Dormagen
Mini-Schule überlebt nur mit einem Partner

Dormagen. Eine Schule mit nur vier Klassen - zu wenig zum Überleben. Daher muss die Grundschule Am Kronenpützchen in Straberg bald einen Verbund mit einer anderen Schule eingehen. Mit welcher - das ist noch unklar. Von Klaus D. Schumilas

Für Bettina Berghoff ist das Wichtigste schon beschlossene Sache: "Unsere Schule bleibt erhalten", sagt die Grundschullehrerin. Sie stützt sich dabei auf das Wort von Bürgermeister Erik Lierenfeld, der Eltern und Lehrerkollegium versprochen hat, dass der Grundschulstandort in Straberg erhalten bleibt. Trotz schwieriger Bedingungen. Denn lediglich 83 Kinder besuchen die Schule am Kronenpützchen in Straberg. Viel zu wenig, um mehr als eine einzügige Schule sein zu können. Daher gibt es nur zwei Möglichkeiten: Auflösung oder Grundschulverbund. Weil ersteres kein Thema (mehr) ist, hat der Verwaltungsvorstand des Rathauses "nach Abwägung aller Vor- und Nachteile", wie es in der Vorlage für die Mitglieder des Schulausschusses heißt, der am kommenden Donnerstag tagt, die Entscheidung getroffen, "den Standort Straberg in Form eines Grundschulverbundes weiter führen zu wollen".

Der Schulausschuss wird nun am Donnerstag über die Absicht der Verwaltung informiert. Aber nicht darüber, wer denn der künftige "Partner" der Straberg sein wird. "Die interne Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen", sagt Stadtsprecher Swen Möser. Mehr als wahrscheinlich ist es, dass die geographische Nähe zu Straberg dabei eine wichtige Rolle spielen wird. Das reduziert den Kandidatenkreis realistischerweise auf zwei Schulen: die Tannenbusch-Schule in Delhoven und die Friedensschule in Nievenheim. Weil diese aber bereits mit einem Teilstandort in Gohr arbeitet, könnte es auf Delhoven hinauslaufen. Ein weiteres Argument für diese Lösung könnte sein, dass auch die Tannenbuschschule eine katholische Grundschule ist. Wann ein solcher Grundschulverbund eingerichtet wird, ist noch offen. Frühestens zum Schuljahr 2017/18, vielleicht auch erst 2018. Spätestens: Denn das Schulministerium räumt nur noch bis zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit ein, einen solchen Verbund zu gründen. Danach ist ein Standort zu schließen, der die erforderliche Mindestzahl an Schülern nicht erreicht. Dieses Szenario hat die städtische Schulverwaltung laut Möser im Blick, "aber einen weiteren Wackelkandidaten haben wir derzeit nicht". Heißt: Entgegen früherer Prognosen haben die anderen Dormagener Grundschulen ausreichend Anmeldungen, bilden (mit Ausnahme von Henri-Dunant und St. Nikolaus) derzeit mehr als eine Eingangsklasse. Bei den aktuellen Schülerzahlen müsse, darauf weist Stadtsprecher Möser hin, berücksichtigt werden, dass in den Grundschulen der Ortsteile auch Flüchtlingskinder beschult werden müssen und die Zahlen somit leicht steigen werden.

In der Straberger Elternschaft ist man froh über die sich abzeichnende Lösung, "denn die Alternative wäre die Schließung", sagt Schulpflegschaftsvorsitzende Nicole Schwarz. "Ein Dorf wie Straberg lebt auch von der Grundschule und mit deren Aktivitäten." Unter den Eltern läuft noch die Meinungsbildung, welcher Verbundpartner gewünscht wird. "Es muss ja auch das Schulkonzept passen", sagt Schwarz.

Quelle: NGZ
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