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Dormagen
Ministerin eröffnet Solarpark auf Müllkippe

Dormagen: Ministerin eröffnet Solarpark auf Müllkippe
Im Solarpark: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann, Rainer Thiel MdL und Bürgermeister Erik Lierenfeld (v.l.). FOTO: A. Tinter
Dormagen. Bei der Eröffnung lobte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks den Solarpark der evd in Broich als "vorbildlich", auch in der Zusammenarbeit von Energieversorger, Stadt und Rhein-Kreis. Der Park erhielt den Namen "sun dorado". Von Carina Wernig

Dass gestern die Sonne schien, war sogar abzulesen: Auf dem Handy von Thorsten Ellenbeck war gut zu erkennen, dass der neue Solarpark auf der stillgelegten Deponie Gohr in dem Moment genau 975 Kilowatt Strom erzeugte: "Die Anlage kann in der Spitze bis zu 2,8 Megawatt produzieren", sagte der Mitarbeiter des Generalunternehmers Rheinland-Solar, der die Technik mitüberwacht. Mit diesem Wert können 800 Haushalte ein Jahr mit Energie versorgt werden.

Der rund sechs Hektar große Solarpark der Energieversorgung Dormagen (evd) wurde gestern in Gohr-Broich am höchsten Punkt von Dormagen von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks offiziell eröffnet. Mit Bürgermeister Erik Lierenfeld, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann und dem Landtagsabgeordneten Rainer Thiel enthüllte sie ein Schild mit dem Namen "sun dorado" - für Sonne ("sun"), Dormagen (dor) und El Dorado. Der Vorschlag von Melanie Adams (unter rund 100 Einsendungen) wurde leicht verändert, so dass er nicht nur für Strom, sondern alle Bürger steht.

Auch die Bundesministerin sparte nicht mit Lob für das "wirkliche Erfolgsmodell", das "in jeder Hinsicht vorbildlich" sei und "hoffentlich Schule" machen werde: Der erste Solarpark im Regierungsbezirk Düsseldorf, der sich auf einer ehemaligen Mülldeponie befindet und dadurch keine neuen Flächen verbraucht, spart fast 2000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. "Das ist ein sehr gutes Beispiel, wie die Energiewende in den Kommunen gestaltet werden kann", sagte Hendricks. Sie ging auf den Wandel ein, der immer größere Investitionen in preiswerter werdende erneuerbare Energie mit sich bringe: "Wir bekommen immer mehr Megawatt-Leistung für geringere Kosten." Der Strom müsse jedoch weiter bezahlbar bleiben sowie Versorgungsstabilität und Energie-Effizienz müssten gewährleistet bleiben: "Der Ausstieg aus der Braunkohle muss frühzeitig, aber mit Augenmaß und sozialverträglich vorangetrieben werden, Struktur-Brüche sind zu vermeiden." Nachholbedarf sieht sie bei privaten Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und bei Elektromobilität.

Das Projekt auf dem verpachteten Grundstück des "Energie-Kreises" Rhein-Kreises Neuss ist für Landrat Petrauschke eine "interkommunale Zusammenarbeit zum Nutzen aller, so wie ich sie mir wünsche".

Seit 1995 arbeite die Stadt Dormagen im Klimabündnis mit und stehe für Umweltbewusstsein, wie der Bürgermeister betonte: "Dormagen hat den Sonnenschein buchstäblich im Herzen." Der Solarpark sei sicher "nicht der letzte Beitrag der Stadt zur Energiewende", so Lierenfeld, der sich jedoch ausdrücklich gegen Gohr als Standort für den umstrittenen Stromkonverter aussprach, "da es wesentlich geeignetere Standorte" dafür gebe. Die Ministerin, die sich nicht zu Konverterstandorten äußerte, nahm jedoch von Willi Feiser einen Protest-Brief der zahlreich erschienenen Mitglieder der BI "Contra Konverter in Gohr, Broich und Umgebung" entgegen.

Quelle: NGZ
 
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