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Dormagen
Mit dem Bürgermeister im eigenen Wohnzimmer Probleme bereden

Dormagen. Die Premiere ist geglückt, sagt SPD-Stadtverbandsvorsitzender Carsten Müller zufrieden: "Wir haben eine gute Resonanz erhalten, die natürlich noch ausgebaut werden kann." Knapp 40 Besuche bei Privatleuten, Einrichtungen und Vereinen standen und stehen in dieser "Woche der Begegnung" der SPD Dormagen an. Damit hat die Partei ein neues Format geschaffen, bei dem jeder Bürger mit ihr in den Dialog treten kann. Und so saßen die Genossen mit Bürgermeister Erik Lierenfeld an der Spitze in so manchem Wohnzimmer, um über Lärmprobleme oder Infrastruktur zu sprechen. Auch in der Moschee und in Kindertagesstätten waren die Sozialdemokraten zu Gast. Von Carina Wernig

"Diese Form des direkten Dialogs ist eine Weiterentwicklung des Tür-zu-Tür-Wahlkampfes", erklärt Lierenfeld. Für ihn, der viel in der Gesellschaft unterwegs ist, sei es wichtig, auch Menschen zu erreichen, die er nicht bei den zahlreichen Terminen treffe: "Wir möchten auch denjenigen die Gelegenheit zum Gespräch bieten, die wir sonst nicht leicht erreichen", sagt der Bürgermeister. Ihn erfüllt die niedrige Wahlbeteiligung und das "Herausziehen aus gesellschaftlicher Verantwortung" mit Sorge. Gegen diese allgemeine, nicht unbedingt dormagenspezifische Entwicklung möchte er helfen, gegensteuern: "Wir nehmen die Bürger ernst, auch wenn wir nicht jedes ihrer Probleme lösen können", betont Lierenfeld den "Kümmerer-Aspekt".

Die "Woche der Begegnung" wurde durch eine Anzeigen- und Plakatkampagne vorbereitet, bei der wochenlang nicht klar war, was die "Woche der..." bedeutet und wer dahintersteckt. "Ich bin überrascht, wie viele Menschen das mitbekommen und uns angesprochen haben", so Lierenfeld.

Eine Fortsetzung der "Woche der Begegnung" ist fest eingeplant, so Müller: "Das werden wir sicherlich wiederholen." Schließlich wollen die Sozialdemokraten auch außerhalb des Wahlkampfes ansprechbar sein: An Infoständen, in ihrer regelmäßigen Mittwochs-Sprechstunde und mit anderen Formaten. Die erfolgreichen Bürgerforen muss die SPD weitestgehend dem Bürgermeister überlassen, der in den Stadtteilgesprächen viele Themen der Bewohner "vor Ort" aufgreift. "Aber da werden wir uns etwas Neues einfallen lassen", so Müller.

Quelle: NGZ
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