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Dormagen
Moschee mit Hakenkreuzen beschmiert

Solidaritäts-Aktion an der Moschee
Solidaritäts-Aktion an der Moschee FOTO: Georg Salzburg
Dormagen. Am Neubau der Moschee haben Unbekannte rechtsradikale Schmierereien hinterlassen. Neben Hakenkreuzen wurden fremdenfeindliche Sprüche gesprüht. Der Staatsschutz ermittelt. Am Nachmittag soll es an der Moschee eine Solidaritäts-Aktion gegen die ausländerfeindliche Hetze geben.  Von Carina Wernig, C. Siedentop

Am Sonntag haben Zeugen die Schmierereien am Neubau der Moschee an der Roseller Straße entdeckt und infomierten die Polizei. Unbekannte Täter hatten den Rohbau bis unters Dach mit einer Vielzahl von Hakenkreuzen und fremdenfeindlichen Sprüchen beschmiert.  Die Täter müssen über das Baugerüst geklettert sein, um bis zur obersten Etage zu gelangen. Der polizeiliche Staatsschutz  hat die Ermittlungen übernommen, erklärt die Polizei. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Düsseldorf  wird sie leiten.  

Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich die Tat zwischen Samstag, 20. Dezember, 22.30 und Sonntag, 21. Dezember, 8.30 Uhr ereignet. Die Ermittler bitten Zeugen sich mit der Polizei (02131/3000) in Verbindung zu setzen. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro ausgelobt.

Der Rohbau der Moschee an der Rosellener Straße wurde mit Hakenkreuzen beschmiert. FOTO: Hammer, Linda

Der Leiter der Kreispolizeibehörde Neuss, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, zeigte sich entsetzt über die Vorkommnisse in Horrem. Er betonte, dass im Rhein-Kreis Neuss kein Platz für die Verbreitung von fremdenfeindlichen Parolen oder die Verherrlichung der nationalsozialistischen Vergangenheit sei.

Aufruf zur Solidaritätskundgebung

"Diese Schmierereien sind aufs Schärfste zu verurteilen", sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld, der sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß überzeugte. "Einige Wirrköpfe wollen mit ihrer Aktion das gute Miteinander in unserer Stadt gefährden. Das dulden wir nicht", sagte Lierenfeld.

Um ein Zeichen gegen rechtsradikales Gedankengut zu setzen, hat der Bürgermeister zu einer spontanen Solidaritäts-Aktion heute um 15 Uhr an der Moschee an der Roseller Straße - Ecke B 9 und K 12 – aufgerufen und die Ratsfraktionen informiert. Die Veranstaltung ist bei der Polizei angemeldet. Auch über Facebook wird auf die Solidaritäts-Aktion hingewiesen.