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Dormagen
Mundartarchiv feiert seinen Namensgeber Soumagne

Dormagen. Der Autor der modernen Dialektliteratur wäre in diesem Jahr 90 geworden. In Zons wurde jetzt an ihn erinnert. Von Stefan Schneider

Als "Kulturschmaus" hatten die Organisatoren des Internationalen Mundartarchivs "Ludwig Soumagne" ihre Veranstaltung in der Nordhalle des Kulturzentrums Zons deklariert. Geboten wurden den rund 80 Gästen unter diesem Oberbegriff ein Ohrenschmaus und ein Gaumenschmaus, in dessen Mittelpunkt der Namensgeber des Archivs stand. Ludwig Soumagne, der 2003 im Alter von 76 Jahren gestorben war, wäre in diesem Jahr 90 geworden. Willkommener Anlass für die Mundart-Archivare Achim Thyssen (Leiter) und Eva Schmitt-Roth, eine Feier zur Erinnerung an den Autor der modernen Dialektliteratur auszurichten.

Der Mundartdichter schrieb auch Hörspiele. Das wohl bekannteste, "Net jrad e Kengerspell" (Nicht gerade ein Kinderspiel) aus dem Jahre 1984 wurde an dem Abend in Kooperation mit dem Westdeutschen Rundfunk zu Gehör gebracht. Dieser 35-minütige Ohrenschmaus war der Hauptgang des kulturellen Drei-Gänge-Menüs, das den Besuchern kredenzt wurde. Für Vorspeise und Dessert sorgten Vitus Micha und Gerd Strasdas, die mit Gitarrenspiel unterhielten. Die Entscheidung, ein Hörspiel Soumagnes vorzuführen, habe drei Gründe, erläuterte Eva Schmitt-Roth - da Archivleiter Thyssen krankheitsbedingt passen musste, hatte sie die Begrüßungsrede übernommen. Zum einen seien Hörspiele nur selten im Radioprogramm zu finden, zum anderen seien sie künstlerisch besonders anspruchsvoll. Unter der Regie von Manfred Bruckner seien neue Wege in der Gestaltung dramatischer Szenen beschritten worden. "Und der letzte Grund liegt darin, dass wir die im Kulturbetrieb international anerkannten Zonser Hörspieltage letztlich Ludwig Soumagne zu verdanken haben", fügte Schmitt-Roth hinzu. Der Autor jedenfalls habe einst den Kontakt zum WDR hergestellt, als der Arbeitskreis Regionales Hörspiel einen senderunabhängigen Veranstaltungsort gesucht habe.

Die Gastgeberin freute sich besonders, dass auch Margot Soumagne, die Witwe des Dichters, erschienen war - ebenso wie der stellvertretende Landrat Hans-Ulrich Klose, Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes und der Vorsitzende des Kreiskulturausschusses Reinhard Rehse.

Quelle: NGZ
 
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