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Dormagen
Musikschulförderer gegen Einsparungen

Dormagen: Musikschulförderer gegen Einsparungen
Die Musikschule verfügt über viele Talente, die auch in Zukunft angemessen unterstützt werden sollen. Das verlangt der Förderverein. In diesem Jahr gab es elf Dormagener Preisträger beim Wettbewerb "Jugend musiziert". FOTO: Musikschule
Dormagen. Der Förderverein der Musikschule Dormagen wehrt sich in einer Erklärung vehement gegen die von der Stadt geplanten Kürzungen. Sie übersteigen seiner Meinung nach das erträgliche Maß und "werden scharf zurückgewiesen". Von Stefan Schneider

Die Position, die der Verein der Freunde und Förderer der Musikschule Dormagen vertritt, ist eindeutig. "Wir fordern den Rat auf, die Verwaltung im Hinblick auf den Kahlschlag bei unserer Musikschule zu stoppen", schreibt Schriftführer Herbert Clasen im Namen des Vorstandes in einer jetzt verbreiteten Presseerklärung. Die von Stadtkämmerin Tanja Gaspers vorgeschlagene Reduzierung des bestehenden Defizits von 650.000 Euro auf 500.000 Euro innerhalb von drei Jahren soll nicht widerstandslos hingenommen werden. "Diese Sparmaßnahmen übersteigen das erträgliche Maß, und sie werden scharf zurückgewiesen", formuliert Clasen.

Unterstützung für die Musikschule bei diesem Anliegen erhofft sich der Vorstand des Fördervereins nach Clasens Darstellung aus der Bürgerschaft, den Fraktionen, den Reihen der 200 Mitglieder und nicht zuletzt von den betroffenen Familien, deren Angehörige die Einrichtung besuchen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion hatte Gary Holt, der Vorsitzende des Fördervereins, kürzlich bereits die Sorge zum Ausdruck gebracht, dass Angebot und Qualität der Musikschule leiden und besonders Kinder und Jugendliche die Verlierer bei den vorgesehenen Sparmaßnahmen sein würden. Holt hatte sich insgesamt aber recht moderat geäußert. Dass der Ton nun schärfer wird, hat möglicherweise mit dem Appell zu tun, mit dem sich die Förderer im September laut Clasen an Bürgermeister Erik Lierenfeld und die Ratsfraktionen gewandt hatten - und den sie nun missachtet sehen. Die Musikschule dürfe nicht kaputt gespart werden, hatte der Förderverein betont und darum gebeten, seine in einer Stellungnahme festgehaltenen Vorstellungen zu berücksichtigen. Dies sei jedoch im Etatentwurf "in keiner Weise" geschehen, urteilt der Vorstand. Dabei habe man sich zunächst nicht an die Öffentlichkeit gewandt, "weil wir hofften, dass unsere Argumente zählen". Diese Hoffnung sehen die Förderer nun wohl enttäuscht.

Ihre Stellungnahme gegenüber Bürgermeister und Fraktionen legten sie nun begleitend zu ihrer Presseerklärung vor. Kernpunkt: Eine Absenkung der 540 Jahresstunden beim Unterricht um 44 Prozent auf 300 Jahresstunden, die in der Nachbarstadt Grevenbroich erteilt werden, wird als "unangemessen" beurteilt. "Unsere liebenswerte Stadt verlöre damit erheblich an Lebensqualität und an Buntheit. Und dies bezieht sich nicht nur auf die Breite, sondern auch auf die Leistungs-Spitze. Gerade in diesem Jahr hat es elf Preisträgerinnen und Preisträger beim Wettbewerb "Jugend musiziert" gegeben, die durch die ausgezeichnete Arbeit in der Breite unterstützt und dann in die Leistungs-Spitze gefördert worden sind", heißt es in dem Schreiben.

Selbst wenn die Musikschule Dormagen, wie es diskutiert wird, an den Rhein-Kreis abgegeben würde, müsse es weiterhin einen bedarfsgerechten Erhalt des bisherigen Angebots in Dormagen geben. Die Schüler müssten auch in diesem Fall weiterhin vor Ort und von ihren bisherigen Lehrkräften unterrichtet werden, verlangt der Förderverein.

Quelle: NGZ
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