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Dormagen
Muslime pflanzen Friedensbaum

Dormagen. Hopfenbuche der Ahmadiyya-Gemeinde wirbt für gegenseitigen Respekt.

Der Park an der Haberlandstraße ist um einen Baum reicher. Die von der muslimischen Reformgemeinde Ahmadiyya gepflanzte Hopfenbuche solle nicht nur Schattengeber an warmen Tagen sein, "sondern ein Symbol für die Verbreitung von Frieden und ein Zeichen der religionsübergreifenden Anerkennung", sagt Zaheer Ahmad, Generalsekretär und Verantwortlicher für soziale Projekte der Neusser Ahmadiyya Muslim Gemeinde. In der sind auch 20 Mitglieder aus Dormagen organisiert.

Neben Baumplanzungen, mit denen die Gemeinde vor etwa drei Jahren begonnen und seitdem in über 500 Städten mehrere tausend Bäume gesetzt hat, kümmert sich Ahmadiyya um weitere soziale Projekte. So organisieren die Mitglieder einen Spendenlauf in Neuss und unterstützen damit u.a. die Lebenshilfe oder die Neusser Tafel. An jedem 1. Januar reinigen die Mitglieder zudem Straßen von den Überbleibseln der Silvesternacht. "Das ist auch unser Land, und deshalb ist es auch unsere Pflicht, es sauberzuhalten", sagt Ahmad. Im Islam solle man loyal gegenüber dem Land sein, in dem man lebe. Zudem setzt sich die in mehr als 200 Ländern vertretene Gemeinde, die in Deutschland 40.000 Mitglieder hat, für Aufklärung ein. "Die Menschen leben in Angst vor Terror aus muslimischen Ländern", sagt Ahmad. Deshalb wolle man interreligiösen Austausch fördern und Vorurteile widerlegen. Unter dem Motto "Liebe für alle, Hass für keinen" werben die Ahmadiyya für Toleranz, "gerade in der schweren Zeit, in der wir leben", sagt Imam Faiz Khan. Sein Leitsatz: Wer von Anderen Respekt erwarte, solle diesen selbst auch gewähren.

Bürgermeister Erik Lierenfeld möchte die Botschaft des friedlichen Zusammenlebens weitertragen. "Wir müssen uns der Gewalt entgegenstellen und den Frieden verteidigen, um ihn zu erhalten. Frieden kommt in allen Religionsgemeinschaften vor, und dieser Baum ist dafür ein wichtiges Symbol. Ich finde es gut, dass auch eine unbekanntere Religionsgemeinschaft durch so ein positives Signal in Erscheinung tritt", sagte Lierenfeld und lud die Mitglieder der Gemeinde ein, an weiteren Veranstaltungen zur religiösen und kulturellen Verständigung wie etwa dem Integrationsfest teilzunehmen.

(clü)
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