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Dormagen
Nach 20 Jahren kehrt der lange Donnerstag zurück

Dormagen: Nach 20 Jahren kehrt der lange Donnerstag zurück
Am 9. Juni haben die Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet, darauf weisen Wirtschaftsförderin Gabriele Böse, Guido Schenk und Hans-Dieter Lehnhoff (r.) hin. FOTO: Lber
Dormagen. Am 9. Juni wird es in der City einen langen Donnerstag geben - erstmals seit 20 Jahren. Kombiniert wird er mit einem Feierabendmarkt. Von Klaus D. Schumilas

Mit der gesetzlichen Regelung 1996, die Ladenöffnung unter der Woche von 6 bis 20 Uhr zu erlauben, war Schluss mit dem "langen Donnerstag". Das war vor 20 Jahren und am 9. Juni kommt er zurück in die Dormagener Innenstadt. Am Runden Tisch Innenstadt, besetzt mit wichtigen City-Akteuren, reifte diese Idee, vorangetrieben von Jörg Meiners, Manager der Rathaus-Galerie. In drei Wochen können die Dormagener und ihre Gäste aus der Region bis 21 Uhr bummeln und einkaufen. Das gilt nicht nur für die teilnehmenden Geschäfte, denn als Premiere begleitet ein sogenannter Feierabendmarkt den langen Donnerstag. Den soll es im Sommer an jedem zweiten Donnerstag geben.

Für Hans-Dieter Lehnhoff gilt es, den "Leuten etwas zu bieten: Geschäfte gucken, bummeln, einkaufen, in Cafés und Restaurants sitzen. Aufenthaltsqualität halt." Der Inhaber des Kaufhauses "Ring Center" hat selbst ein Zeichen gesetzt: Vor einem Jahr ist er aus Protest aus der neuen Werbegemeinschaft CiDo "City-Offensive Dormagen") ausgetreten, jetzt ist der einflussreiche Kaufmann wieder dabei - Rücktritt vom Rücktritt. "CiDo macht mit ihrer Vorsitzenden Michaela Jonas gute Arbeit. Jonas hat eine gute Art, mit den Leuten umzugehen und Kompromisse zu suchen." Am langen Donnerstag sollen mindestens 30 Innenstadthändler teilnehmen, viele davon aus der Rathaus-Galerie, die sich bislang mehrheitlich weigerten, längere Öffnungszeiten an jedem Tag in der Woche anzubieten. Dabei sind die Ankermieter ohnehin diejenigen, die zusammen mit dem Ring Center für Zugkraft sorgen sollen. Für den "Feierabendmarkt" sieht Guido Schenk, Leiter des Stadtmarketings der SVGD, "zehn bis 15 Händler", die Obst, Gemüse, Fleischwaren anbieten, aber auch Reibekuchen und Suppen. Ob es zu mehr als einer Premiere reicht, "hängt vom Kunden ab - der bestimmt", so Schenk.

Die Bemühungen von CiDo und den weiteren Innenstadtakteuren sind unverkennbar: Die Laternen wurden zum Frühlingsfest mit Blumenampeln geschmückt, die Kosten teilten sich Stadt, CiDo und SVGD. Ein nächster Schritt soll eine größere Verbreitung des Freifunks sein. Die CiDo sucht Geschäfte, die dieses Projekt begleiten. "Nach Auskunft der Wirtschaftsförderung entstehen pro Standort etwa 50 Euro Kosten für den Router und etwa zehn Euro Stromkosten jährlich", sagt Vorsitzende Michaela Jonas.

Deutlich schwieriger, viele Mitstreiter zu finden, gibt es beim Thema Online-Einkaufen. Die City-Offensive will gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Online-Marktplätze vorstellen, an denen sich die heimischen Händler beteiligen können, um auch auf diesem Weg ihre Produkte anzubieten; Kunden bekommen aber für jedes Produkt immer nur den nächstgelegenen Händler angezeigt. Ein Preisvergleich bei gleichen Artikeln unter den teilnehmenden Händlern gibt es nicht. Seit Herbst läuft das Projekt "Mönchengladbach bei ebay". Dort kaufen Leute im Internet und holen die Ware im Laden ab. Für Kaufmann Lehnhoff ist es eine Pflicht, sich diesen Wegen zu öffnen: "Ohne einen vernünftigen Multi-Channel-Einsatz wird man nicht bestehen können", ist er überzeugt. Grundvoraussetzung sei eine modern gestaltete Internetseite.

Quelle: NGZ
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