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Dormagen
Neue Asylheime für Nievenheim, Rheinfeld und Delhoven

Dormagen. Einstimmig legte gestern der Hauptausschuss der Stadt Dormagen die nächsten drei Standorte für die Errichtung neuer Unterkünfte für zugewiesene Asylbewerber fest: an der Marie-Schlei-Straße in Nievenheim, Auf'm Pohlacker in Rheinfeld und Am Sportplatz in Delhoven. Die Politiker beschlossen, dass der Eigenbetrieb Dormagen die notwendigen Aufträge vergeben darf. Damit stehen die ersten fünf der insgesamt mindestens elf geplanten neuen Unterkünfte für Flüchtlinge bis Ende des Jahres 2016 fest. Am 27. November hatte der Rat bereits einstimmig die Unterkünfte an der Kieler Straße im Gewerbegebiet Top West und vor dem Sportplatz Horrem genehmigt. Von Carina Wernig

Nach 54 neu zugewiesenen Asylbewerbern in dieser Woche liegt die aktuelle Zahl der Flüchtlinge in Dormagen bei 1100, wie Bürgermeister Erik Lierenfeld im zusätzlich angesetzten Hauptausschuss erklärte: "Wir werden nur die Unterkünfte sukzessive umsetzen, die wir auch benötigen." Die Politiker entschieden nach den fünf gut angenommenen Bürgerversammlungen mit zum Teil kontroversen Diskussionen über die nächsten drei Standorte. Darauf folgende Standorte könnten im Februar besprochen werden. "Wir werden weitere Bürgerversammlungen in den Stadtteilen anbieten", sagte Lierenfeld, der betonte, dass weiterhin Alternativen zu den bisher geplanten Standorten möglich seien. In Nievenheim sei durch einen noch nicht vertraglich geschlossenen Grundstückstausch einen Verlegung von der Pankratius- zur Marie-Schlei-Straße möglich geworden: "Da gibt es wegen einer Wertausgleichsklausel keinen finanziellen Vorteil für den bisherigen Besitzer", stellte der Bürgermeister heraus.

Über die weitere Reihenfolge der Umsetzung wurde gestern nicht diskutiert - das wird sich 2016 ändern. Zentrums-Fraktionschef Hans-Joachim Woitzik forderte eine "gerechtere Verteilung der Flüchtlingsunterkünfte auf die Stadtteile". So schlug er vor, zwei der Unterkünfte in Dormagen-Mitte statt in Nievenheim zu errichten. Laut seiner eigenen Rechnung geht Woitzik anhand der Verteilungsschlüssel auf die Kommunen auch von wesentlich weniger Flüchtlingen für 2016 aus als die Stadt: "Da sehe ich nur 300 bis 700 Flüchtlinge zusätzlich kommen", prognostiziert Woitzik. "Es wäre fahrlässig, mit nur so wenigen Flüchtlingen zu rechnen", betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt. Sein Stellvertreter Martin Voigt warnte vor einem gegenseitigen Ausspielen der Ortsteile. Die Stadt geht von 25 Flüchtlingen pro Woche aus: also etwa 1300 neue Flüchtlinge bis Ende 2016.

Quelle: NGZ
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