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Dormagen
Neue Blicke von der "Piwipp" aufs Ufer

Dormagen: Neue Blicke von der "Piwipp" aufs Ufer
An den beeindruckenden Kaianlagen des Chemparks fuhren die Teilnehmer der "Industriepunkte"-Tour mit dem "Piwipper Böötchen" im Dämmerlicht vorbei. Rund zweieinhalb Stunden erfuhren sie Wissenswertes über die "Wirtschaftsgeschichte" der Stadt Dormagen. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Den Rhein und seine Wirtschaftskraft erkundeten jetzt 25 Teilnehmer der ersten "Piwipper Böötchen"-Tour der "Lokalen Allianz". Im Rahmen der "Industriepunkte" werden Unternehmen und Wirtschaftszweige näher beleuchtet. Von Carina Wernig

Der Blick vom "Piwipper Böötchen" auf das Dormagener Ufer sorgte nicht nur durch Sonnenuntergang und besonderes Licht der "blauen Stunde" für reizvolle Fotomotive: Auf der "Wirtschaftsgeschichte"-Tour auf dem Rhein erfuhren die 25 Teilnehmer Wissenswertes rund um die große Wasserstraße, die seit vielen Jahrhunderten das Leben der Bewohner an ihren Ufern bestimmt. Die beiden Fahrten, die die Lokale Allianz im Rahmen der "Woche der Industriepunkte" angeboten hatte, waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Kein Wunder, dürfen doch nur 25 Passagiere auf dem Fährschiff befördert werden, mit dem der Verein "Piwipper Böötchen" im September 2012 die mehr als 30 Jahre gekappte Verbindung zwischen Rheinfeld und Monheim wieder aufgenommen hat. Darüber referierte Vorsitzender Professor Heiner Müller-Krumbhaar anschaulich. Die ganze Strecke zwischen Worringen und Uedesheim schaffte die "Piwipp" in der Zeit zwar nicht, trotzdem erhielten die Teilnehmer viele spannende Einblicke in die unterschiedliche Wirtschaftskraft des Rheins. "Wir wollen den Blick über den Unternehmenszaun ermöglichen", sagte Wirtschaftsförderin Gabriele Böse, die Sprecherin der Lokalen Allianz.

Moderiert von Stadt-Pressesprecher Harald Schlimgen und Stadtmarketingleiter Guido Schenk, zeigte die Industrietour den imposanten Chempark-Hafen. Joachim Rohr nannte Zahlen zum 1932 in Betrieb genommenen Umschlagplatz mit 1,7 Kilometern Uferlänge: 1500 Binnenschiffe legen dort im Jahr an. Die Arbeit im "Umschlag-Container-Terminal" (uct) erläuterte Thomas Heinrichs: Es werden dort Aluminiumbarren von einem Gramm bis mehr als 32 Tonnen verladen.

Sicher nicht jedem präsent war die Tatsache, dass in der heute nicht mehr aktiven Werft Fleischhauer in Zons ab 1900 zunächst Missionsschiffe für Afrika hergestellt wurden. Noch 1990 wurde dort ein Zollboot hergestellt, das auf der Donau die EU-Grenze kontrollierte und inzwischen an der Nordsee unter dem Namen "Amrum" stationiert ist. Der älteste nachgewiesene fabrikähnliche Betrieb Dormagens, die Militärziegelei der 1. Legion Germanica aus dem Jahre 30 n. Chr., lag in der Nähe der Römer-Therme.

Über die 1992 geschlossene Order-Station an der Piwipp, an der Nachrichten ausgerufen oder an Bord der Schiffe gebracht wurden, gab es ebenso Informationen wie über das mühsame Treideln von Schiffen und über die einträgliche Schmuggler-Karriere einiger Rheinanlieger zur Franzosenzeit von 1798 bis 1802, bevor die Kontrollen zu streng wurden. Bis dahin galt es allerdings, ein Todesopfer zu beklagen: Soldaten schossen auf einen Schmuggler.

Quelle: NGZ
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