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Dormagen
Neue Messstellen fürs Grundwasser in Gohr

Dormagen: Neue Messstellen fürs Grundwasser in Gohr
FOTO: Erftverband
Dormagen. Der Erftverband plant in seinem Zuständigkeitsgebiet den Bau von insgesamt 26 Messrohren an 14 Standorten. Vier davon werden zur Steuerung und Überwachung in dem Dormagener Ortsteil errichtet. Von Stefan Schneider

Die Maßnahmen zum Schutz vor einem drohenden Anstieg des Grundwassers in Gohr werden konkret. Der Erftverband lässt dort demnächst vier neue Grundwassermessstellen installieren. Das teilte dessen Sprecherin Luise Bollig jetzt mit. Die Einrichtungen sollen der Steuerung und Überwachung dienen; ihr Bau ist eine Vorstufe für weitere Aktivitäten zur Kappung von Grundwasserspitzen in Gohr. Im August waren für den Dormagener Ortsteil die Friedrich-Hinsen-Straße und die Bruchstraße als Standorte für drei Brunnen genannt worden, in denen Pumpen aus der Tiefe Grundwasser fördern sollen, um so 220 Häuser abzuschirmen. Die Bohrungen stehen damit in Zusammenhang. Insgesamt plant der Erftverband für die nächsten circa drei Monate die Errichtung von 26 Messrohren an 14 Standorten in seinem Bereich. "Die Kosten belaufen sich auf rund 183.000 Euro", teilt Bollig mit.

Es geht allerdings nicht nur um den Pegelstand, sondern auch um die Überprüfung der Qualität des Grundwassers. "Die Grundwasseruntersuchungen des Erftverbandes tragen wesentlich zu einer funktionierenden Wasserversorgung bei", betont Sprecherin Bollig. Grundwasser sei die wichtigste Basis der Trinkwassergewinnung, die Anforderungen an die Qualität seien deshalb hoch. Weil jedoch - je nach Flächennutzung - Stoffe wie Nitrat, Pflanzenschutzmittel, Sulfat, Eisen, Streusalz, Schwermetalle, Arzneimittelwirkstoffe und Anderes ins Grundwasser geraten könnten, müsse deren Ausmaß überwacht werden.

Der Erftverband betreibt nach eigenen Angaben 1304 eigene Grundwassermessstellen in seinem Tätigkeitsbereich. Jährlich würden rund 1500 Grundwasserproben genommen und bereits vor Ort im Gelände u. a. der pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Temperatur, Sauerstoffkonzentration und Anderes untersucht. Im Labor des Erftverbandes in Bergheim erfolge anschließend die Analyse von Nitrat, Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat, Phosphat, Nitrit, Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Eisen und Mangan. "Damit lassen sich wesentliche Aussagen zur Grundwasserbeschaffenheit treffen", erklärt Bollig. Ergänzend würden Schwermetalle, organische Spurenstoffe je nach Bedarf und nach zu erwartenden Belastungen analysiert. Insgesamt können im Verbandslabor bis zu 604 Substanzen untersucht werden. Die Analysen der Proben erfolgten meistens im jährlichen Turnus, da sich die Grundwasserbeschaffenheit aufgrund der geringen Fließgeschwindigkeiten nur langsam ändere.

Die Bohrlöcher für die neuen Grundwassermessstellen wie in Gohr haben einen Durchmesser von 25 bis 32 Zentimetern und erreichen je nach Grundwasserspiegel Tiefen zwischen zehn und 130 Metern. In die Bohrlöcher werden Messrohre aus Kunststoff mit einen Durchmesser von 6,5 Zentimetern eingebaut, die in einer vorgegebenen Tiefe geschlitzt sind, so dass dort Wasser eindringen kann. Es können bis zu drei Messrohre verschiedener Längen bzw. Tiefen in ein Bohrloch eingebaut werden. Abschließend wird der Raum zwischen Bohrlochwand und Messrohren mit Kies bzw. Ton verfüllt und die Messstelle abgedichtet - zum Schutz vor Beschädigungen und Schmutz.

Quelle: NGZ
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