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Dormagen
Neue Unterkünfte für mehr Flüchtlinge

Dormagen: Neue Unterkünfte für mehr Flüchtlinge
Die Flüchtlingssituation verschärft sich: Entgegen der bisherigen Annahmen erhält die Stadt zurzeit mehr Zuweisungen. Die neuen Flüchtlinge können in dieser Zahl nicht untergebracht werden, es werden neue Unterkünfte benötigt. FOTO: ATI
Dormagen. Die Stadt schlägt Alarm: Weil die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge stärker steigt als angenommen, soll der Stadtrat schnellstens über neue Unterkünfte entscheiden: auf dem Sportplatzareal in Horrem und im Gewerbegebiet Top-West. Von Klaus D. Schumilas

Die Annahmen über die wöchentliche Ankunft von neuen Flüchtlinge lag vor kurzem bei 25. In der vergangenen Woche waren es 44, in dieser Woche werden es (mindestens) 76 sein. Die Stadt schlägt Alarm: "Wir sind mit unseren räumlichen Kapazitäten jetzt am Ende", sagt der Erste Beigeordnete und Bürgermeister-Stellvertreter Robert Krumbein. "Wenn wir nicht schnellstmöglich neue Unterkünfte schaffen, müssen wir notfalls weitere Turnhallen im Stadtgebiet belegen." Bislang wird nur die Turnhalle an der Beethovenstraße genutzt.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Wegen der aktuellen Notsituation hat die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben noch einmal sämtliche verfügbaren Grundstücke überprüft. Zusätzlich zu den drei geplanten Neubauten in Nievenheim, Delhoven und Rheinfeld schlägt sie nun zwei weitere Unterkünfte vor. Diese sollen in Wohncontainern schon bis Ende Januar entstehen. Vorgesehen sind ein Wohnheim für bis zu 150 Flüchtlinge auf einer Fläche gegenüber der Feuerwache im Gewerbegebiet Top-West und ein Wohnheim für 100 Menschen vor dem Sportplatz in Horrem, wo auch in der Vergangenheit schon Asylsuchende untergebracht waren. "Beide Grundstücke verfügen über die erforderlichen Leitungsanschlüsse, so dass wir sehr schnell zum Zuge kommen könnten", so Krumbein. Mit diesen Vorschlägen der Verwaltung wird sich der Hauptausschuss in seiner morgigen Sitzung ab 13 Uhr im Ratssaal beschäftigen. Sollte er den Plänen zustimmen, plant die Verwaltung kurzfristig eine Bürgerversammlung auch in Horrem. Diese könnte neben den vier schon terminierten Gesprächsforen zur Flüchtlingsunterbringung bereits in der nächsten Woche stattfinden.

Bürgermeister Erik Lierenfeld stellt den Kompromissvorschlag der Verwaltung in Sachen Haushalt (siehe unten stehenden Bericht) in einen Zusammenhang mit der Notsituation: "Im Gegenzug erhoffen wir uns, dass der Haushalt im Rat am 10. Dezember verabschiedet wird und die Verwaltung auch eine Mittelfreigabe für den dringend erforderlichen Neubau von Flüchtlingsunterkünften erhält." Für die Sitzung des Hauptausschusses sind heiße Diskussionen zu erwarten, denn weite politische Kreise erwarten vor der Bereitstellung von Geldern erst einmal eine breite politische Diskussion. "Wir erwarten mehr Transparenz vom Bürgermeister", sagt CDU-Fraktionsvize Jo Deußen, "und Informationen über Verfügbarkeiten von Unterkünften, über Zeitschienen und vieles mehr". In der Flüchtlingsfrage hält er einen "Schulterschluss von Verwaltung und Politik" für erforderlich.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Entgegen vieler Gerüchte, die in der Stadt kursieren, gibt es noch keine politische Entscheidung über die Standorte von Flüchtlingsunterkünften in Nievenheim, Delhoven und Rheinfeld, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt. "Es wird auch im Hauptausschuss und im Rat am 10. Dezember keine solche Standort-Entscheidung geben, sondern erst nach den Bürgerversammlungen." Das kann frühestens in der ersten Ratssitzung im neuen Jahr am 2. Februar sein.

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Quelle: NGZ
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