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Dormagen
Neuer Chef beim Partnerschaftsverein

Dormagen. Detlef Schirmacher steht nun an der Spitze der "Freunde von Saint-André". Von Stefan Schneider

Akten, einige Abzeichen und eine Glocke, um im Saal für Ruhe zu sorgen: Mit dieser "Mitgift" seines Vorgängers Johannes Marx hat Detlef Schirmacher jetzt die Arbeit als Vorsitzender der "Freunde von Saint-André" aufgenommen. Der Verein mit rund 170 Mitgliedern pflegt den Kontakt und die Freundschaft mit den Menschen in Dormagens französischer Partnergemeinde bei Lille.

Detlef Schirmacher gehört erst seit drei Jahren zu der Gemeinschaft dazu, doch ein großer Frankreich-Freund ist der Rentner schon lange. Die Liebe zum Nachbarland gedieh besonders in den vergangenen 20 Jahren, denn in Frankreich besitzen die Schirmachers ein Grundstück, auf dem sie sich seit 1996 regelmäßig mehrere Wochen im Jahr aufhalten. "Das liegt aber 650 Kilometer von Saint-André entfernt", erklärt der rüstige 77-Jährige, der mit Ute verheiratet ist und zu dessen Familie zwei Kinder und zwei Enkel gehören. Freunde, die ebenfalls ihre "zweite Heimat" in Frankreich haben und dem Dormagener Partnerschaftsverein schon länger angehören, überzeugten ihn von einem Engagement dort. Dass Schirmacher nach verhältnismäßig kurzer Zeit in den Vorstand und nun sogar an die Spitze der "Freunde von Saint-André" gewählt wurde, hat vielleicht auch etwas mit seiner Weltläufigkeit zu tun. Der promovierte Chemiker, der in Berlin geboren wurde, 1968 nach Dormagen kam und dort bei Bayer seine erste Stelle antrat, war für das Chemieunternehmen während seines Berufslebens oft im Ausland. Er ist den Umgang mit Menschen aus anderen Ländern also gewöhnt. Iran, Indien, Japan und diverse andere Staaten im Mittleren und Fernen Osten lernte er während seiner Tätigkeiten für Bayer kennen, wo er lange Zeit verantwortlich für die Auslandsbetreuung Produktion war. "Berührungsängste habe ich nicht. Aber im Beruf habe ich mich vor allem auf Englisch verständigt, nun ist wohl mein Schulfranzösisch wieder mehr gefragt", sagt Schirmacher lächelnd.

In Saint-André ist er bislang dreimal gewesen - und hat gleich einen "entscheidenden Kontakt" herstellen können. Beim französischen Vereinspendant "Les amis de Dormagen" wurde nämlich auch gerade ein neuer Vorsitzender gewählt: Jean-Francois Robinet, mittlerweile emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Lille. Und eben dieser war beim letzten Treffen von Deutschen und Franzosen Schirmachers Gastgeber. "Wir verstehen uns gut", erzählt der, "die Sympathie war von Anfang an da." Folglich sei die Freude über die Wahlen beiderseits groß gewesen.

In Dormagen möchte sich Schirmacher zunächst bei allen bekannt machen, die schulisch, sportlich oder kulturell am Frankreichaustausch beteiligt sind. Dabei möchte er möglichst auch junge Mitglieder für den Partnerschaftsverein gewinnen. Denn mehr als die Hälfte der aktuellen Mitglieder ist 60 Jahre und älter.

Quelle: NGZ
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