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Dormagen
Neuer Flächennutzungsplan für die Stadt

Dormagen: Neuer Flächennutzungsplan für die Stadt
FOTO: Helot
Dormagen. Dormagen hat den Auftrag erhalten, nach 36 Jahren einen neuen Flächennutzungsplan zu entwickeln. Er hat Bindungskraft für die Verwaltung und ist der einzige Plan, der die ganze Stadt im Fokus hat. Von Klaus D. Schumilas

Es gibt nur wenige Entscheidungen in Ausschüssen und Stadtrat, bei denen von vornherein so klar ist, wie entschieden wird: Die Verwaltung hat jetzt von den Planungs- und Umweltpolitikern den Auftrag zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans (FNP) erhalten. Der ist mit 36 Jahren mehr als doppelt so alt, wie er maximal sein sollte. Kein Wunder, dass dringender Handlungsbedarf besteht und am Aufstellungsbeschluss kein Weg vorbei geht.

Bis dieses für die Stadt enorm wichtige Vorhaben umgesetzt ist, vergeht noch reichlich Zeit: Ende des kommenden Jahres soll der Ausschuss die Endversion in die Offenlage und öffentliche Beteiligung geben. Erst 2018 wird der FNP, der eine Laufzeit von mindestens 15 Jahren haben wird, wirksam werden. Gregor Nachtwey, Leiter des städtischen Planungsamtes, ordnet ein: "Der FNP ist der einzige Plan, der die Gesamtstadt im Fokus hat."

Warum ist dieser Flächennutzungsplan so wichtig? In ihm sind die Möglichkeiten der städtebaulichen Entwicklung festgeschrieben. "Es geht zum Beispiel um Wohnen, Gewerbe und Freiräume", erklärt Nachtwey, "und um die Frage nach der Hauptprämisse: Was soll entwickelt werden?" Und es geht immer um Zusammenhänge, beispielsweise um Biotopverbünde, wie von Ost (Mühlen-, oder Knechtstedener Busch) nach West (Zonser Grind). Nachtwey: "Alle Nutzungsarten müssen in Einklang gebracht werden."

Gerade aktuell spielt die Bevölkerungsentwicklung eine wichtige Rolle bei der Aufstellung des neuen FNP, weil darin Wohnraum eine wichtigere Rolle spielen muss als bislang angenommen. Anstelle eines Rückgangs bis 2030 auf 59.141 Einwohner, wie noch 2010 prognostiziert, wird Dormagen auf gut 66.000 Menschen wachsen. Also ist neuer Wohnraum dringend notwendig. Im luftleeren Raum bewegt sich die Stadt mit ihrer Entwicklung nicht, ganz im Gegenteil: Die Flächennutzungspläne aller Kommunen müssen sich den Zielen des Regionalplans und dem Landesentwicklungsplan anpassen. Der Regionalplan ist zurzeit in der Bearbeitung, momentan läuft die zweite öffentliche Beteiligung. Für Dormagen sieht es danach ganz gut aus, weil die Bezirksregierung der Stadt zusätzlich zu den 15 Hektar neuen Flächen für Wohnen und 17 Hektar für Gewerbeansiedlungen vor kurzem weitere 19 Hektar Wohnungsbauflächen zuerkannt hat, weil es in Düsseldorf eine so große Wohnungsnachfrage gibt, dass sie dort nicht befriedigt werden kann.

Wie kompliziert und zeitaufwendig die Aufstellung eines Flächennutzungsplans ist, verdeutlicht die Zeitschiene: Im Januar 2010 gab es erste Voruntersuchung der Planungsverwaltung zum Ablauf der Neuaufstellung. Es folgten in den vergangenen Jahren diverse Analysen zum Wohnbauland, zu Gewerbeflächen, Verwaltungs-Workshops und Fachwerk- und Stadtteilstätten.

Ein wesentlicher Baustein für den neuen FNP ist das "Integrierte Entwicklungskonzept", das methodische Vorgehen. Es fußt unter anderem auf dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept, dem Leitbildentwurf "Vision 2030", dem Verkehrsentwicklungsplan. Das Entwicklungskonzept ist auf eine ausgewogene und abgestimmte Entwicklung der einzelnen Ortsteile ausgelegt, wobei die Darstellung neuer Flächen auf Grundlage des Regionalplanentwurfs schwerpunktmäßig auf die zentralen Stadtteile, mit sehr guter Anbindung (ÖPNV) und Infrastruktur, fokussiert ist. Dieses Entwicklungskonzept beinhaltet Leitlinien wie die Stärkung des Zentrums und zentraler Siedlungsbereiche, die Stärkung des Wohn- und Wirtschaftsstandorts, die nachhaltige Sicherung einer gesunden Umwelt, Freizeit- und Erholung, (inter-) kulturelle Vielfalt und Bildung. Ein konkretes Beispiel: So sollen der zentrale Siedlungsschwerpunkt Dormagen-Mitte/Horrem sowie die nebenzentralen Siedlungsbereiche Nievenheim und Hackenbroich gestärkt werden. Als "bipolar" wird die Zentrenstruktur von Nievenheim/Delrath eingeordnet, auch sie soll weiterentwickelt werden. Wichtig ist auch die Sicherstellung der "Eigenbedarfsentwicklung" in den kleinen Ortsteilen wie Gohr, Broich, Zons, Straberg, Stürzelberg und Delhoven und der Erhalt von deren Identität.

Quelle: NGZ
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