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Dormagen
Neues Team will den Deichverband führen

Dormagen: Neues Team will den Deichverband führen
Der Deich - hier die Mauer in Stürzelberg - muss saniert werden. Die Vorbereitung des Mammut-Projektes ist die Hauptaufgabe des Deichverbands-Vorstands. FOTO: Tinter, Anja (ati)
Dormagen. Die IG Deich hat ihr Deichamt zusammengestellt: Reinhard Hauschild soll Vorsitzender werden. Am Donnerstag wählt der Erbentag. Von Carina Wernig

Am nächsten Donnerstag werden im Erbentag die Weichen für die neue Arbeit im Deichverband Dormagen/Zons ab April gestellt. Die Zusammensetzung des Deichamtes hat der Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) Deich auf einer Sitzung am Montag bereits festgelegt - dass es angesichts einer 10:4-Mehrheit der IG-Deich-Mitglieder im Erbentag bei der Wahl am 26. März ab 18 Uhr anders ausgeht, ist unwahrscheinlich: Ex-Bürgermeister Reinhard Hausschild wird Nachfolger des amtierenden Deichgräfen Eduard Breimann. Sein Stellvertreter wird Franz-Josef Bauers, der ebenso wie der künftige Geschäftsführer Wilfried Schellen Vorstandsmitglied der IG Deich ist.

Gestern stellte das designierte Führungs-Trio des Deichverbandes die neue Struktur vor: Die Arbeit im Verband, dem rund 4800 Zwangsmitglieder aus Stürzelberg, Zons und Rheinfeld angehören, soll "breiter aufgestellt werden und mit mehr Einbindung der Ehrenamtlichen erfolgen", stellte Reinhard Hauschild den Team-Gedanken vor, mit dem der Deichverband "aus seiner tiefen Krise" herausgeführt werden solle. Da gelte es, Vertrauen aufzubauen. Zunächst stehen Bestandsaufnahme und Gespräche an. Die Zielrichtung der IG Deich habe sich nicht verändert, wie ihr Sprecher Wilfried Schellen betonte: "Der Hochwasserschutz steht an erster Stelle, danach kommt die Gebührengerechtigkeit." Er verweist auf sekundäre Ziele wie Transparenz, die die IG Deich durch die Forderung nach öffentlichen Erbentagssitzungen erreicht habe. "Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen", erklärte Schellen, dass sie "aus der Rolle der Querulanten herausgekommen" seien. Eventueller Zeitverlust durch nötige Einarbeitung des neuen Deichgräfen sei in der Vorplanung verkraftbar. Die Planungsvarianten für die Deichsanierung müssten zudem erst noch beraten und abgewogen werden und könnten nicht wie vorgesehen innerhalb von drei Wochen im Juni "durchgepeitscht" werden.

Erbentagsmitglied Karl Kress sieht im Team-Gedanken die einzige Möglichkeit, den Verband zu führen. Für das Vorhaben, die Deichgebühren auf mehr Dormagener zu verteilen, sieht er gute Chancen. Zudem höre Hochwasserschutz nicht an der Stadtgrenze zu Köln auf.

Obwohl sie nach der Erbentagswahl Ende Februar 2014 nicht unbedingt vorgehabt hätten, Deichgräf Breimann abzulösen, gingen die IG-Deich-Mitglieder hart mit ihm ins Gericht. Sie vermissten Transparenz und Einbeziehung in die Vorplanung der 50-Millionen-Euro-Deichsanierung. "Die Deichverband-Führung ist jetzt zehn Jahre im Kreis gelaufen", erklärte Franz-Josef Bauers. Bekannte Schäden seien erst zeit- und kostenintensiv untersucht, statt beseitigt worden - "eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Bauwirtschaft". Das werde nun anders, kündigte er an.

Auf Nachfrage der NGZ verwies Deichgräf Breimann auf die von der Bezirksregierung geforderten Untersuchungen: "Die Sondierungen sind 2009 auf Verfügung der Bezirksregierung erfolgt", so Breimann. "Die Planung muss sich auf beweisbare Fakten beziehen, nicht auf Mutmaßungen, sonst gibt es keine Zuschüsse."

Quelle: NGZ
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