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Dormagen
NGK-Schüler erkunden hohe Sphären mit Ballon

Dormagen: NGK-Schüler erkunden hohe Sphären mit Ballon
Physiklehrer Andreas Hilke (Mitte, grünes Hemd) und seine Achtklässler schickten gestern am Norbert-Gymnasium einen Wetterballon auf die Reise. FOTO: Tinter
Dormagen. Anschaulichen Physikunterricht erlebte gestern die Klasse 8c bei einem Experiment mit einer fliegenden Wetterstation. Von Stefan Schneider

Der erste Startversuch um 13 Uhr missglückte noch, weil zu wenig Helium im Ballon war. Doch nachdem Schüler Tobias Theisen zum zweiten Mal den Countdown heruntergezählt hatte, erhob sich das in Form und Farbe ein wenig an eine überdimensionale Zwiebel erinnernde Fluggerät dann doch recht fix in die Lüfte. Applaus brandete auf.

Die Klasse 8c des Norbert-Gymnasiums machte gestern kurz vor dem Ende des Schuljahres ein ungewöhnliches Experiment, das den Physikunterricht im ablaufenden Halbjahr krönen sollte: Sie ließ zusammen mit ihrem Lehrer Andreas Hilke einen mit einer Kamera und einer Speichereinheit ausgestatteten Wetterballon vom Schulgelände steigen, der in bis zu 36.000 Metern Höhe Daten aufzeichnen und festhalten sollte. Das Gerät liefert Angaben zu Innen- und Außentemperatur des Ballons, zu Luftdruck und Luftfeuchtigkeit sowie zur erreichten Höhe. "Wir haben uns zuletzt im Unterricht mit dem Thema Luftdruck beschäftigt. Das Projekt heute ist der Abschluss unserer Reihe", berichtete Lehrer Hilke. Die Schüler zeigten sich fasziniert und erwartungsvoll. "Ich bin gespannt auf die Aufnahmen, die die Kamera über den Wolken macht", sagte Ronin Zerulla. "Und von der Erdkrümmung", ergänzte seine Mitschülerin Jette Schlieper. "Durch Anschauung lernt man besser", urteilte Schülerin Katrin Lennartz, die das Experiment als Praxiserfahrung zum in der Regel eher theoretischen Unterricht ebenso begrüßte wie ihre Klassenkameraden.

Vor dem Start waren allerdings zahlreiche Vorbereitungen nötig. Von drei bis vier Wochen Zeitaufwand sprachen die Gymnasiasten. Neben dem Ballon und der technischen Ausstattung mussten eine Versicherung abgeschlossen und Genehmigungen eingeholt werden. Sowohl das Landesministerium für Luftfahrt und Verkehr, als auch die Deutsche Flugsicherung hätten grünes Licht gegeben und keine Einwände geäußert, berichtete Andreas Hilke. Das Equipment für das Projekt hatten sich die NGK-Forscher über das Unternehmen Stratoflights besorgt, nach eigenen Angaben der weltweit erste und erfahrenste Anbieter für kommerzielle Stratosphärenflüge (siehe dazu auch den Infokasten). Der Chempark-Betreiber Currenta und andere Sponsoren hatten die Schüler bei der Finanzierung unterstützt, aber die Jungen und Mädchen aus der 8c hatten mit mehreren Kuchenverkäufen ebenfalls einen Teil beigetragen.

Ein GPS-Tracker zeichnete den Weg des Ballons nach, den die Schüler in Autos verfolgten. So konnten sie feststellen, wo die mit einem Fallschirm ausgerüstete und durch eine Styroporbox gesicherte Speichereinheit nach dem (geplanten) Platzen des Ballon niederging. Lehrer Hilke meldete sich gegen 16.30 Uhr telefonisch aus einem Wald bei Arnsberg im Sauerland. "Wir sind bei der Suche", erzählte er. Acht Schüler und zwei Eltern halfen mit, den Datenlogger zu finden. Was der auf seiner Reise aufgezeichnet hat, wird am Computer ausgewertet.

Quelle: NGZ
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