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Dormagen
Noch 187 Lehrstellen in Dormagen unbesetzt

Dormagen: Noch 187 Lehrstellen in Dormagen unbesetzt
David Reif (l.) wird im Dezember seine Gesellenprüfung ablegen. Chef Jörg Bergemann sucht für seinen Sanitär-Betrieb aktuell noch einen Azubi. FOTO: A. Tinter
Dormagen. Am Dienstag beginnt das neue Ausbildungsjahr. Gerade Handwerksbetriebe suchen auch in Dormagen noch nach Auszubildenden. Von Anneli Goebels

Wer flexibel ist, nicht an seinem Wohnort "klebt" und mutig ist, etwas Neues auszuprobieren, der hat auch jetzt noch die Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz zu finden - für dieses Ausbildungsjahr. Denn die Geschäftsstelle Dormagen der Arbeitsagentur meldet noch 187 offene Stellen (Stand 30. Juni). Anlagenmechaniker, Dachdecker, Fachkraft für Lagerlogistik, Maler & Lackierer, Restaurantfachleute, Kanalbauer und Friseure - das ist nur eine Auswahl der Berufe, die jungen Leuten in Dormagen noch offen stehen. Doch dafür, das wissen die Mitarbeiter der Arbeitsagentur und der IHK Mittlerer Niederrhein, müssten einige über ihren Schatten springen und ihre Erstwahl überdenken.

Das sieht auch Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, so. "Kfz-Mechatroniker stehen bei den Jungen nach wie vor ganz oben auf der Liste, bei den Mädchen sind es die Arzthelferin und die Verkäuferin", sagt er. Dabei sei die Auswahl riesig, weshalb Koralewski das Landesprogramm "Kein Abschluss ohne Anschluss" sehr begrüßt, das seit 2015 allen Achtklässlern vorschreibt, an drei Schultagen in drei verschiedene Berufe zu schnuppern. Einen Grund, dass noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt sind, sieht er auch in dem Trend, dass immer mehr Mädchen und Jungen aufs Gymnasium geschickt werden. "Aber das ist nicht für alle geeignet. Und die sind es dann, die uns im Handwerk fehlen", ist er überzeugt.

Einen Ausbildungsplatz zum Anlagenmechaniker Sanitär und Heizung kann Jörg Bergemann noch anbieten. Doch optimistisch ist der Hackenbroicher nicht, dass er einen Azubi finden wird. "Zwei Bewerber sind gekommen. Ich habe ihnen gesagt, dass sie erst einmal eine Woche ein Praktikum bei uns machen sollen. Sie sind gegangen und haben sich nicht mehr gemeldet", sagt der Unternehmer. Sein Ziel: Junge Leute auszubilden, um sie später weiter zu beschäftigen und so dem Fachkräftemangel im eigenen Betrieb vorzubeugen. Die Rechnung geht zumindest in einem Fall auf: Azubi David Reif wird Ende des Jahres seine Prüfung machen und bleiben.

Auch Werner Buß von Elektro Buß konnte keinen neuen Azubi einstellen. Elektrotechniker für Energie- und Gebäudetechnik werden in seinem Unternehmen in Nievenheim seit 13 Jahren ausgebildet. "Wenn sich noch einer meldet und es passt, dann ist es ok. Ansonsten bleibt die Stelle unbesetzt", sagt er. Seine Meinung: "Es will keiner mehr ins Handwerk und sich schmutzig machen." Einen Ausbildungsplatz zum Dachdecker hat der Stürzelberger Betrieb Hellingrath Bedachungen noch zu vergeben. "Seit gut einem halben Jahr haben wir über die Bundesagentur für Arbeit eine Stellenausschreibung laufen. Bisher leider ohne viel Erfolg, wir haben nur eine Bewerbung erhalten. Dieser Bewerber kam für uns nicht in Frage, da der Anfahrtsweg ohne Führerschein aus Düsseldorf aus unserer Sicht zu weit entfernt ist", sagt Katrin Hellingrath. Handwerkliche Berufe müssten grundsätzlich attraktiver und näher gebracht werden, "speziell in Schulen", sagt sie. Sie ist der Meinung, dass die Vergütung an die der kaufmännischen Ausbildungen angepasst werden sollte.

Noch einen Ausbildungsplatz zum "Fachangestellten für Medien- und Informationsdienst, Fachrichtung Bibliothek" hat die Stadt Dormagen zu vergeben. Wie Pressesprecher Harald Schlimgen mitteilt, beginnen ansonsten elf Azubis bei der Stadt (drei Stadtinspektor-, drei Brandmeisteranwärter, ein Tiefbaufacharbeiter, zwei Verwaltungsangestellte sowie zwei Erzieher). Im Chempark ist für 2017 alles besetzt, wie Sprecher Mauritz Fänger sagt. 149 "Neue" beginnen am 1. September ihre Ausbildung in den Berufen Chemikant, Chemielaborant, Elektroniker für Automatisierungstechnik sowie Industriemechaniker.

Quelle: NGZ
 
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