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Dormagen
Notfallpraxis zieht ins Kreiskrankenhaus

Dormagen: Notfallpraxis zieht ins Kreiskrankenhaus
Das Kreiskrankenhaus im Dormagener Ortsteil Hackenbroich wird in Zukunft auch die bislang 300 Meter entfernt gelegene Notfallpraxis beherbergen. Dazu sind einige Umbauarbeiten in der Klinik notwendig. FOTO: ANJA TINTER
Dormagen. Die monatelang vor dem Aus stehende Einrichtung an der Elsa-Brändström-Straße bleibt erhalten. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat der Verlegung in die benachbarte Klinik zugestimmt. Dort muss umgebaut werden. Von Stefan Schneider

Es war ein hartes Ringen, doch letztendlich hat sich der vehemente Einsatz des Praxisnetzes Dormagener Ärzte und zahlreicher Vertreter aus Kreisen der Politik gelohnt: Die ursprünglich vorgesehene ersatzlose Streichung der Notfallpraxis an der Elsa-Brändström-Straße ist vom Tisch. "Ich kann bestätigen, dass die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein einer Verlegung der Dormagener Notdienstpraxis in das benachbarte Krankenhaus zugestimmt hat. Damit besteht künftig eine noch größere räumliche Nähe zwischen den Einrichtungen" - so lautete gestern die Antwort von KV-Nordrhein-Sprecher Heiko Schmitz auf eine Anfrage unserer Zeitung. Bislang liegen rund 300 Meter zwischen Notfallpraxis und Krankenhaus.

Die Freude bei den Verantwortlichen in Dormagen ist groß. "Das ist auf jeden Fall ein Erfolg, auf den wir mit dem Praxisnetz seit dem Frühjahr hingearbeitet haben", sagte Dr. Udo Kratel, der Vorsitzende des Praxisnetzes Dormagen. Krankenhaus-Direktor Ralf H. Nennhaus bewertete die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung als "wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Notfallpraxis" in Dormagen.

Der Bestand der Einrichtung galt bis vor Kurzem noch als höchst ungewiss. Erst Ende Juni hatte es für die um den Erhalt Kämpfenden einen Dämpfer gegeben. Denn die Delegierten bei der Vertreterversammlung der KV hatten sich nicht zu einer Bestandsgarantie der Dormagener Notfallpraxis durchringen können. Damit stand die Einrichtung weiter auf der Kippe - bis zum erlösenden Bescheid, den es jetzt mit dem Umzug der Praxis ins Krankenhaus umzusetzen gilt. Dazu sind intensive Abstimmungsgespräche zwischen Ärztenetz und Krankenhaus notwendig. Denn schließlich müssen entsprechende räumliche Voraussetzungen geschaffen werden. Kratel ließ durchblicken, dass im Krankenhaus erhebliche Umbaumaßnahmen erledigt werden müssen, um Platz für die Notfallpraxis zu schaffen. Details wollte er noch nicht nennen - auch nicht zum Zeitpunkt des Umzugs der Notfallpraxis ins Krankenhaus. Nur soviel: "Ich denke, dass wir zum neuen Jahr einen großen Schritt weiter sein werden", erklärte der Mediziner. Bis dahin laufe in der Notfallpraxis an der Elsa-Brändström-Straße alles wie bisher.

Von einer künftigen "Integration" der Notfallpraxis ins Krankenhaus wollte KV-Sprecher Heiko Schmitz unterdessen nicht reden: "Denn in den Räumen der Klinik findet weiterhin ,unser' bzw. der ambulante Notdienst statt, den die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte leisten." Die genauen Bedingungen der künftigen Kooperation im allgemeinärztlichen ambulanten Notdienst müssten u.a. noch mit der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) geklärt werden. An einer Rahmenvereinbarung werde derzeit gearbeitet. Dem Ansinnen in Dormagen habe die KV u.a. aus organisatorischen Gründen zugestimmt, so Schmitz.

Im Februar dieses Jahres hatte die KV angekündigt, 43 der 84 Notfallpraxen in Nordrhein-Westfalen schließen zu wollen. Darunter war auch die Dormagener Einrichtung gewesen.

Quelle: NGZ
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