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Dormagen
Nur 69,9 Prozent stimmen für Heryschek

Dormagen: Nur 69,9 Prozent stimmen für Heryschek
Fraktionsvorsitzender André Heryschek bei seiner Vorstellungsrede. Links Vize-Parteichefin Alana Voigt, daneben Lutz Lienenkämper MdL und Andreas Buchartz. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Dormagens CDU schickt ihren Fraktionsvorsitzenden mit schwachem Ergebnis als Landtagskandidat für den Wahlkreis 45 ins Rennen. In der Versammlung lässt der abwesende Parteichef Frank Goertz erklären, dass er vorzeitig aufhört. Von Klaus D. Schumilas

Als der stellvertretende CDU-Vorsitzende Kai Weber das Ergebnis bekannt gab, wirkte André Heryschek sichtlich getroffen: Nur 69,9 Prozent der 73 Mitglieder hatten ihm ihre Stimme gegeben: 51 Ja, 18 Nein, vier Enthaltungen. "Ich bin ein wenig enttäuscht", räumte der 31-Jährige auch sofort ein, "aber ich nehme das Ergebnis als Ansporn." Mit 85 Prozent hatten er und der engste Parteivorstand im Vorfeld gerechnet. Heryschek geht damit geschwächt in die Wahlversammlung am 23. Juni, wo die CDU-Vertreter aus Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich den Landtagskandidaten wählen.

Aber dieses schwache Abschneiden hatte sich im Verlauf der Versammlung in der Aula der Schule am Chorbusch abgezeichnet. Es lag die ganze Zeit eine merkwürdige, verhaltene, eher düster-negative Stimmung in der Luft. Von großer Aufbruchstimmung und einem Signal in Richtung der CDU-Mitbewerber in den beiden anderen Kommunen war nichts zu spüren, geschweige denn gegenüber Amtsinhaber Rainer Thiel (SPD). "Wenn schon nicht der Parteivorsitzende anwesend ist...", mag sich mancher Christdemokrat gedacht haben. Frank Goertz hatte schon im Vorfeld erklärt, dass er aus beruflichen Gründen nicht dabei sein könne. Warum kein anderer Termin gewählt wurde, blieb offen. Aber Goertz setzte noch eins drauf: Er kündigte in seinem Grußwort, das Stellvertreter Weber zu Beginn verlas, an, dass er bei der nächsten Mitgliederversammlung am 13. Mai sein Amt zur Verfügung stellen werde.

Fraktionsvorsitzender Heryschek gelang es in seiner sehr persönlich gehaltenen Vorstellung, in der er seinen Werdegang in einer Arbeiterfamilie mit Zuwanderungsgeschichte erzählte, nicht, die Mitglieder in Gänze mitzunehmen. Es gab kritische Fragen und Anmerkungen, die offenbarten, wie zerrissen die Partei in Teilen offenbar ist: Die Schlappe bei der Kommunalwahl- und vor allem bei der Bürgermeisterwahl wirkt nach. Das Hin und Her um die Nominierung des damaligen Bürgermeisters Peter-Olaf Hoffmann, bei dem die junge Garde nicht gut ausgesehen hatte, und Absprachen über Aufsichtsratsposten bei der evd hatten vielen Mitglieder nicht gefallen. Am Mittwoch wurden auch alte Rechnungen mit dem Wahlzettel beglichen. Die honorigen und in der Partei anerkannten Gert Ammermann und Hans Sturm versuchten vor der Abstimmung, die Mitglieder einzuschwören: "Ich appelliere dringend, Einigkeit zu zeigen und André Heryschek mit einem guten Votum ins Rennen mit Grevenbroich und Rommerskirchen zu schicken", so Ammermann. Vergebens, obwohl er dafür viel Beifall erhielt. Heryschek richtete am Tag danach den Blick nach vorne: "Ich werde mich mit der Kritik auseinandersetzen und auf meine Kritiker zugehen", sagte er. Sieben von zehn Parteimitgliedern ständen hinter ihm, interpretierte er. Mit Blick auf den Wahltag am 23. Juni: "Ich glaube, dass ich gute Chancen habe, nominiert zu werden. Ich bin in Grevenbroich und Rommerskirchen gut vernetzt und bekomme von dort positive Rückmeldungen."

Quelle: NGZ
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