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Dormagen
Obdachlose bald in Hackenbroich

Dormagen: Obdachlose bald in Hackenbroich
Immer wieder muss die Polizei zur Piwipper Straße fahren und dort für Ruhe sorgen. FOTO: Salz
Dormagen. In zwei bis drei Wochen werden die ersten Obdachlosen, die heute noch in der Unterkunft an der Piwipper Straße in Rheinfeld untergebracht sind, nach Hackenbroich umziehen. Dort wurden in dieser Woche die ersten Container an die Böttger Straße geliefert. Von Klaus D. Schumilas

Mit dieser Maßnahme soll zunächst einmal die nachbarschaftlichen Probleme gelöst werden, die es seit geraumer Zeit gibt. Immer wieder muss die Polizei nach Rheinfeld ausrücken, weil es Konflikte mit einigen der Obdachlosen gibt. Der Umzug an die Böttger Straße ist nur vorübergehend, betont Erster Beigeordneter Robert Krumbein. Im Zusammenarbeit mit dem Caritasverband wird nach einer dauerhaften Lösung gesucht.

Das will auch die Politik. Für die Grünen ist der Standort in Hackenbroich aufgrund der Ortsrandlage "nicht gut. Auch wir halten eine Unterbringung an der Straße An der Wache für sinnvoll", sagt Fraktionsvorsitzender Tim Wallraff. Diesen Vorschlag hat die CDU eingebracht. Sie hält diesen Standort aufgrund seiner Lage nahe der Polizeiwache für ideal. Das sieht die Verwaltung nicht ganz so, nicht zuletzt, weil das Grundstück im Besitz des Landes ist. "Das wird nicht einfach", so Krumbein. Dennoch drängt die CDU darauf, diesen Vorschlag zu prüfen.

Wie schwierig das Thema ist, wird nicht nur aus den Einsatzzahlen der Polizei deutlich: Sie rückte im vergangenen Jahr 93 Mal zu Einsätzen an der Piwipper Straße 6 aus. Meist waren es Ruhestörungen (34 Fälle). In den ersten gut vier Monaten verzeichnete die Polizei 30 Einsätze in dieser Einrichtung. Auch aus den Worten von Bürgermeister Erik Lierenfeld, der sich vor Ort informierte, wird die Brisanz deutlich: "Diese Bewohner der Unterkunft kann man keinem anderen Nachbarn zumuten. Mir fehlt der Glaube, sie so hinzubekommen, dass ein normales Miteinander möglich ist."

Die Stadt strebt eine Zusammenarbeit mit dem Caritasverband an, der in der Obdachlosenhilfe anderenorts auf große Erfahrung zurückgreifen kann. "Erste Gespräche haben bereits stattgefunden", sagte Krumbein.

Quelle: NGZ
 
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