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Dormagen
"Onkel Fisch" stellt mit viel Klamauk Lobbyisten bloß

Dormagen. Die 180 Zuschauer in der Theaterscheune Knechtsteden erlebten am Freitag einen unterhaltsamen Abend mit Polit-Satire, Klamauk und guten Sprüchen: Das Kabarett-Duo "Onkel Fisch" trat mit "Neues aus der Lobbythek" als vorletzte Gruppe beim Theatersommer des städtischen Kulturbüros auf, der am Samstag mit einer Wiederaufführung von "Lieber Liebe" mit dem "M&M-Theater" erfolgreich zu Ende ging.

Nachdem "Adrian (mit Bart) und Markus (ohne Bart)" - so ihre Vorstellung auf ihrer Homepage - geklärt hatten, dass im Publikum erwartungsgemäß mehr Dormagener als Knechtstedener saßen, sprachen "Onkel Fisch" immer wieder die Dormagener an, während sie Deutschland als "Lobbyisten-Paradies" beschrieben. Kaum ein Thema, das dabei nicht vorkam: Waffenlieferungen als friedensstiftende Hilfe zur Demokratie-Motivation; Griechenland, Internet-Diskussionskultur, Freihandelsabkommen, die Deutsche Bahn, die Pharmaindustrie und generell die Verquickung von Wirtschaft und Politik. Ganz nach dem Motto der Lobbyisten: "Politiker brauchen keine eigene Meinung - wir haben da mal was vorbereitet." Das Programm wurde angereichert mit viel Klamauk. So sangen und tanzten sich "Onkel Fisch" bewegungsreich durch das Leben der Lobbyisten, die sie, von viel Applaus begleitet, bloßstellten. Auch politischen Großköpfe (Merkel, Putin, Obama) und Ex-Politiker, die in die Wirtschaft wechseln (von Niebel über Bahr bis Pofalla) erhielten bissige Kommentare.

Immer wieder tauchte "Sielmanns" Tierreich auf: "Der Lobbyist, eine Beutelratte, ist nachtaktiv, wirkt im Schatten, und seine mächtigste Waffe ist das falsche Lächeln." Auch unterbrach das Programm mehrmals ein "Brennpunkt" mit zweifelhaft wichtigen Inhalten zu Schwarzgeld, Steuerflüchtlingen und übers Nichts. Da passte die "schweigende Mehrheit", die sich zu oft raushalte, blendend dazu.

(cw-)
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