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Dormagen
Pfadfinderin unterstützt "Kollegen" in Kapstadt

Dormagen. Ende Juli verlässt Denja Otte ihre Heimat Dormagen, um ein freiwilliges soziales Jahr im Nationalbüro der Pfadfinder Südafrikas in Kapstadt zu machen. Die 18-Jährige ist seit zwölf Jahren Mitglied der Organisation. Von Anneli Goebels

Über Silvester wegfahren - prima. Dann aber in einem Zelt übernachten? Für Denja Otte nichts Ungewöhnliches. "Außerdem haben wir Zelte mit Feuerstelle, da wird es schnell kuschelig warm", sagt die 18-Jährige. Seit zwölf Jahren ist die Dormagenerin Pfadfinderin, war erst Wölfling und gehört heute zur Gruppe der Rover. Ihr Onkel, erzählt sie, habe sie für die Organisation begeistert. 2004, da lebte sie noch in Karlsruhe, wurde sie Mitglied der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Seit 2007 gehört sie dem Stamm Greifen in Delrath an. Und nun wird sie bald das Leben der Pfadfinder in Südafrika kennenlernen. Ende Juli geht es ab auf einen anderen Kontinent. In Kapstadt wird Denja im Nationalbüro der südafrikanischen Pfadfinder arbeiten. Ein Jahr wird sie dort ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten, übrigens bereits ihr zweites. Denn: "Ich wollte schon vergangenes Jahr ins Ausland, das ging aber nicht, weil ich noch nicht 18 Jahre alt war."

Also hat sie sich kurzerhand für ein FSJ in Deutschland entschieden, beim Bundeszentrum der DPSG in Westernohe im Westerwald. Ihre Aufgaben dort? "Organisatorische", sagt sie. "Wir haben dort einen 28 Hektar großen Campingplatz und auch vier Häuser zu verwalten. Da reisen ständig Leute ab und es kommen neue", berichtet Denja, die im vergangenen Jahr am Bettina-von-Arnim-Gymnasium ihr Abitur gemacht hat.

Die Gemeinschaft in der Gruppe, die abwechslungsreichen Fahrten - das gefällt Denja besonders bei den Pfadfindern. So hat ihre Delrather Gruppe bereits beschlossen, sie im kommenden Jahr in Kapstadt zu besuchen. "Mal sehen, ob das klappt. Das würde mich riesig freuen", sagt sie. Der Gedanke, ein Jahr weg von zu Hause zu sein, verursache bei ihr hin und wieder schon ein komisches Gefühl, gesteht sie. Aber die Vorfreude ist riesig. Alle notwendigen Impfungen hat sie bereits hinter sich, ein Vorbereitungsseminar auch, die große Abschiedstour natürlich noch nicht.

Wohnen wird Denja während des Jahres bei einer Gastfamilie. Von der erhofft sie sich natürlich viele Tipps für ihre Sightseeing-Touren nach getaner Arbeit. Doch eins weiß sie sicher: "Im Dunkeln werde ich nicht allein herumspazieren. Davon wurde uns im Seminar dringend abgeraten." Besonders gespannt ist sie auf die Projekte, die sie im Außendienst betreuen wird und auch auf neue Gruppen, die sie kennenlernen wird, so die "Sea Scouts". 75 Prozent der Kosten für das Jahr (Flug, Unterbringung, Verpflegung, 100 Euro Taschengeld im Monat) werden von dem Programm "weltwärts" (ein Programm der Bundesregierung) übernommen, 25 Prozent sollte Denja selbst tragen. Bedeutet: Sie soll Menschen finden, die sie unterstützen. 2260 Euro sind das insgesamt, die ersten 600 Euro hat sie zusammen. "Meine Mutter arbeitet in einem Stoffgeschäft und hat eine Versteigerung gemacht. Außerdem haben meine Großeltern und mein Fahrlehrer gespendet", verrät sie. Nach ihrem Kapstadt-Jahr möchte Denja Medizin studieren oder Pharmazie. Für Letzteres hat sie bereits einen Studienplatz.

Quelle: NGZ
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