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Dormagen
Pflanzenfreunde schätzen Raritäten

Dormagen: Pflanzenfreunde schätzen Raritäten
Schnupperstunde: Verkäuferin Diana van Diemen (l.) lässt Kundin Sigrid Lindner die Duftnote einer alten Blumensorte testen. FOTO: ANJA TINTER
Dormagen. Tausende Besucher strömten zum Markt am Kloster Knechtsteden, um ihren Garten mit seltenen und kostbaren Gewächsen zu gestalten. Von Vera Straub

Wer einen Garten besitzt, möchte sich in seinem grünen Wohnzimmer auch wohlfühlen. Dazu gehört eine ansprechende Bepflanzung - gerne auch mit seltenen Gewächsen. Am Wochenende pilgerten deshalb wieder tausende Pflanzenfreunde zum Kloster Knechtsteden, wo inzwischen zum fünften Mal das beliebte Pflanzentreffen stattfand. Organisiert wurde es wie gewohnt von Martin Pflaum, der selbst in der Dormagener Gärtnersiedlung Blechhof über 200 Sorten Schmucklilien züchtet.

"Einige der insgesamt rund 50 Gärtner, die hier ausstellen, haben noch nicht einmal eine Internetseite, dafür aber ein faszinierendes Angebot", berichtete Pflaum. Tütenweise schleppten die Besucher Gewächse nach Hause, wer ganz große Pläne hatte, reiste mit Schubkarre oder Bollerwagen an. An allen Ständen wurde gefachsimpelt, Tipps und Tricks zu Aufzucht und Pflege wurden ausgetauscht. So auch bei Jörg Schneider aus Illerich, der allerhand Kakteen aufgebaut hatte - unter anderem Jori Baba aus der Gattung Semper Vivum. "Übersetzt bedeutet das soviel wie ewiges Leben, und so verhalten sich die Pflanzen auch", sagte der Gärtner. Ihr Saft sei dem der Aloe Vera sehr ähnlich, habe aber nicht die giftigen Eigenschaften - weshalb sich Jori Baba als Heilpflanze sehr gut eigne. "Wer sich dafür interessiert, sollte der Klosterbibliothek einen Besuch abstatten. Dort gibt es meist Bücher mit alten Rezepten."

Andernorts sahen Eva und Paul Schwieters von Garten Schwieters sich bei manchen Sorten ausverkauft: "Der geschlitztblättrige, rotblättrige Holunder war bereits nach kurzer Zeit weg, ebenso die Spalthortensie", sagte Paul Schwieters. Für die, die später zum Pflanzentreffen kamen, gab es noch Seltenes aus der Raritätenbaumschule: Verschiedene Eichensorten, Sieben-Söhne-Sträucher, Hainbuchen mit 30 Zentimeter langen Kätzchen - die Liste ist lang. "Die Besucher sind sehr interessiert, schauen in jede Ecke, um sich die schönste Pflanze auszusuchen." Sehr hübsche Gewächse gab es auch am Stand von Martin Drews von der Gärtnerei Albrecht Herbrechter aus Witten. Er bot verschiedene Passionsblumen, machte auf neue Arten und Hybriden aufmerksam. "Was die wenigsten wissen: Auch Maracuja ist eine Passionsblume", sagte er. Er konnte sie in mehreren Stadien der Blüte zeigen und verblüffte tatsächlich den einen oder anderen Besucher.

Weniger um die Pflanze selbst als um die Frucht ging es am Stand von Heide Eisenacher aus Rommerskirchen: Sie presst Öl aus Walnusskernen und zeigte den Besuchern weitere Nebenprodukte wie Likör, Walnussmehl oder eingelegte Nüsse. "Drei Kilo Walnüsse ergeben etwa 400 bis 500 Milliliter Öl. Ich empfehle jenen, die einen Baum haben, aus dem Knacken ein Event zu machen - mit leckeren Getränken und einem Plausch. Als Dank können sie das Öl anschließend teilen." Nach Termin presst sie das Öl, pro Kilo dauert das etwa 20 Minuten.

Das kulinarische Angebot und ein Vortragsprogramm, bei dem es unter anderem Wissenswertes über Orchideen und deren Pflege zu erfahren gab, begleiteten das Pflanzenangebot. Wie gewohnt unterstützten auch das Kloster und sein Förderverein die Veranstaltung nach Kräften.

Quelle: NGZ
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