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Dormagen
Pflegefamilie gibt Kindern neue Sicherheit

Dormagen: Pflegefamilie gibt Kindern neue Sicherheit
Emily fühlt sich in ihrer Pflegefamilie in Dormagen sehr wohl - mit Manfred und Simone Springstein sowie deren Tochter Luna. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Familie Springstein hat Emily ein neues Zuhause gegeben. Als "Erziehungsstelle" arbeitet sie mit dem Raphaelshaus zusammen. Von Carina Wernig

Am liebsten tanzt und singt Emily ausdrucksstark - als stände die Fünfjährige auf einer großen Bühne. Auch beim Spielen mit einem Kameraden schallt ihr Lachen durch das Haus der Familie Springstein (Name von der Redaktion geändert) in Dormagen. "Sie ist ein sehr fröhliches Kind, das uns allen sehr viel Freude bereitet", fasst Simone Springstein zusammen. Seit einem Jahr kümmert sich die ausgebildete Erzieherin mit ihrer Familie als "Erziehungsstelle" um Emily. "Nicht eine Sekunde bereuen wir, dass wir uns entschieden haben, uns um ein Pflegekind zu bewerben", erzählt die 48-Jährige, die bereits zwei Töchter im Alter von 19 und 15 Jahren hat und anderthalb Jahre lang einen Jungen in Bereitschaftspflege betreut hatte.

"Ganz besondere Menschen für ganz besondere Kinder", so beschreibt das Jugendhilfezentrum Raphaelshaus die Voraussetzung für die Fachpflegefamilie: "Anders als bei anderen Pflegekindern brauchen die Mädchen und Jungen, die zu Erziehungsstellen vermittelt werden, ganz besondere Aufmerksamkeit, Orientierung und Betreuung", weist Erziehungsstellen-Beraterin Eva Kitza-Feldmann vom Raphaelshaus auf die Anforderungen hin. Die Berater des Dormagener Jugendhilfezentrums kümmern sich zurzeit intensiv um 28 Kinder in 15 Fachpflegefamilien.

Rund um die Uhr kümmert sich die Familie um Emily, gibt ihr die nötige Sicherheit und viel Zuneigung. Daher war es den Eltern auch wichtig, dass die beiden Schwestern mit dem neuen Familienmitglied einverstanden waren: "Es ist sehr schön, dass Emily hier ist, seither ist es hier nie mehr still", sagt die 15 Jahre alte Luna, die seit einem Jahr nicht mehr die Jüngste in der Familie ist.

Die Entwicklung der traumatisierten Vierjährigen nach einem Jahr ist bemerkenswert, wie auch Eva Kitza-Feldmann betont: "Vor einem Jahr hat sie kaum gesprochen, man verstand sie ganz schlecht, inzwischen spricht sie ganz frei und deutlich." Dass Emily in die Familie passt, wurde vor der Vermittlung ganz genau geprüft. Dabei wird individuell nach den Bedürfnissen des Kindes die passende Erziehungsstelle ausgesucht: "Manche Kinder brauchen viele Geschwister, andere eher Ruhe, manche brauchen viel Ansporn und Betreuung, andere nicht", weist die Erziehungsstellen-Beraterin auf die verschiedenen Anforderungen an die Pflegefamilie hin. "Wir nehmen auch nicht jede Familie, die einen Pflegekinderwunsch hat", sagt Eva Kitza-Feldmann. Neben der nötigen pädagogischen Qualifikation komme es auch auf menschliche Eignung und genügend Platz an. "Wir bereiten die Familien vor und begleiten sie weiterhin", so die Beraterin.

Wie froh die Familie Springstein mit ihrem Pflegekind ist, zeigt auch die Überlegung, vielleicht noch ein weiteres Pflegekind zu übernehmen: "Dann hätte Emily eine Schwester in ihrem Alter", so der Familienvater, der ebenso wie seine Frau Simone den Pflegekinder-Wunsch umsetzen möchte. "Wir haben Glück gehabt, Emily ist ein sehr unkompliziertes Kind", betont die Pflegemutter.

Quelle: NGZ
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