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Dormagen
Pionierin der Bio-Imkerei kommt aus Delhoven

Dormagen: Pionierin der Bio-Imkerei kommt aus Delhoven
Staatssekretär Horst Becker war gestern zu Besuch bei Imkerin Beate Görgens am Chrysanthemenweg. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Beate Görgens aus Delhoven ist nicht nur die einzige Berufsimkerin im Kreis Neuss. Zudem ist die Agraringenieurin überzeugte Bio-Imkerin. Von Sebastian Meurer

Sie ist nicht allein die einzige Berufsimkerin im gesamten Kreisgebiet, Beate Görgens hat sich zudem der biologischen Imkerei verschrieben. Damit gehört die Delhovenerin zu einer Minderheit, die nach dem Willen der NRW-Regierung größer werden soll. Nur gut fünf Prozent der bewirtschafteten Flächen im Land werden von ökologisch orientierten Bauern, Gärtnern und auch Imkern bewirtschaftet.

Erklärtes Ziel ist es nach den Worten von Horst Becker, dass sich dieser Anteil vergrößert. Der Parlamentarische Staatssekretär im NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerium war gestern zum Abschluss der Aktionstage "Ökolandbau NRW" bei Beate Görgens zu Gast und konnte sich hier aus erster Hand über die Produktion von Bio-Honig informieren.

Die Imkerei war der gebürtigen Dormagenerin Beate Görgens durchaus schon früh vertraut. Auf einem kleinen landwirtschaftlichen Hof aufgewachsen, wusste sie natürlich schon recht früh, dass sowohl ihr Großvater als auch ihr Ur-Großvater Imker waren. "Für mich war der Gedanke immer selbstverständlich, dass wir nicht anders wirtschaften können als nachhaltig", beschreibt Beate Görgens ein sie leitendes Grundprinzip. Das sich hieraus ergebende Ziel bestünde in einer flächendeckenden ökologischen Landwirtschaft. Ein Faible für die Bienenzucht und die Produktion von Honig entwickelte sie indes erst, als sie in Bonn Agrarwissenschaften studierte. Kommilitonen konnten sie davon überzeugen, einen Imkerei-Kurs zu absolvieren, ihre Diplomarbeit widmete die Agraringenieurin 1998 bereits der Problematik der Varroa-Milbe, dem weltweit bedeutendsten Bienenschädling. 2006 begann die Mutter eines Sohns und einer Tochter mit dem Handel von biologischem Obst und Gemüse und der Imkerei.

2010 schließlich konnte sie ihre Bienenvölker auf 100 vergrößern und damit die Imkerei als Haupterwerb betreiben - wobei der genannte Handel freilich als zweites Standbein nötig bleibt. Von Stommeln bis Rosellen erstrecken sich die Standorte der Bienenvölker. Die müssen so gewählt sein, dass Umweltgifte hier möglichst vermieden werden. "Die Wachsqualität ist der Kern der Bio-Imkerei" erläutert Veronika Heiringhoff Campos, Naturschutz - und Imkereiberaterin von Bioland NRW. Was die Bio-Imkerei von der herkömmlichen unterscheidet, ist unter anderem ein eigener und offener Wachskreislauf: Wachs aus Altwaben scheidet aus, neues Wabenmaterial wird nur aus unbebrütetem Wachs gewonnen. Dass für ökologische Kontrollen jährlich gut 500 Euro und nicht völlig geringfügiger Aufwand fällig werden, akzeptiert die überzeugte Bio-Imkerin gern.

"Ein bis zwei Euro" (pro 500 Gramm) kostet der von Beate Görgens gewonnene Honig mehr als der herkömmlich zu kaufende. Für Bio-Produkte gebe es einen wachsenden Markt, Regionalität liege im Trend, betont Beate Görgens. Ein Viertel ihrer Produkte vermarktet sie dienstags und freitags auf dem Wochenmarkt in Pulheim, 75 Prozent über Bioläden, Reformhäuser und inzwischen auch über Supermärkte.

Quelle: NGZ
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