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Dormagen
Piwipper Böötche soll fahren

Dormagen: Piwipper Böötche soll fahren
Bilder der Piwipper Fähre aus der Vergangenheit: Das obere Bild stammt aus dem Sommer 1956, die Postkarte ist aus dem Jahr 1903 datiert. FOTO: greulich
Dormagen. Die Verbindung zwischen Dormagen und Monheim über den Rhein soll reaktiviert werden. Eine Interessengemeinschaft sammelt Spenden und Stiftungsmittel. Insgesamt müssen 150 000 Euro aufgebracht werden. Von Jens Krüger

Die Pläne dafür, die alte Fährverbindung zwischen Monheim und dem "Haus Piwipp" zu reaktivieren, sind ihrer Verwirklichung ein gutes Stück näher gerückt. Ein Verein hat sich gegründet, dem unter anderem Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und sein Monheimer Amtskollege Daniel Zimmermann als Vorstandsmitglieder angehören. "Das Engagement ist auf beiden Rheinseiten groß, und es gibt namhafte Bürger, die sich für dieses Ziel einsetzen", sagt Hoffmann. So ist als Schirmherr Rolf Schwarz-Schütte aus der Gründerfamilie des ehemaligen Unternehmens "Schwarz Pharma" vorgesehen.

Seit dem Jahr 1374 ist die Fähre zwischen Mohnheim und "ahm Wittenberg aufem Cöllnischen" – der heutigen Piwipp – urkundlich belegt. Bis 1977 brachte sie Fußgänger und Radler regelmäßig über den Rhein. Dann musste die letzte Pächterfamilie Siepen, die an der Piwipp auch eine Schiffsorderstation unterhielt, den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. "Heute ist es nicht nur Nostalgie, die Fähre wieder verkehren lassen; für Monheim und Dormagen verbinden sich damit auch wirtschaftliche Interessen", erläutert Bürgermeister Hoffmann.

Beide Städte rechnen mit einer deutlichen touristischen Belebung durch die vielen Fahrradausflügler entlang des Rheins. "Wie in früheren Zeiten könnten sich die Monheimer und die Dormagener auch wieder bei großen Volksfesten gegenseitig besuchen", sagt Stadtmarketingleiter Schenk. Ebenso beabsichtigt ist, eine Pilgerverbindung zwischen der historischen Marienkapelle in Monheim und Zons als Station auf dem Jakobsweg herzustellen. "Mit dieser Fähre würde den Städten Monheim am Rhein und Dormagen ein Stück lokalkultureller Identität wiedergegeben und gleichzeitig Brauchtumspflege betrieben", heißt es in einer Erklärung der flussübergreifenden Interessengemeinschaft.

Für die Fährverbindung müssen ein Fährboot beschafft und zwei Anlegestellen an der Piwipp und der Marienkapelle in Höhe des Stromkilometers 714 hergestellt werden.

Die Gesamtkosten schätzt der Verein auf 150 000 Euro. Diese Summe soll aus Spenden und Stiftungsmitteln aufgebracht werden. Schon ins Auge gefasst hat der Verein ein überholungsbedürftiges Fährboot, das derzeit noch in Rheinbrohl liegt. Es soll wie in der Vergangenheit nur Personen und keine motorisierten Fahrzeuge transportieren.

Als nächsten Schritt plant der Verein auf Dormagener Seite eine Info-Veranstaltung im "Haus Piwipp".

Quelle: NGZ
 
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