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Dormagen
Platz für neues Wohnquartier in der City

Dormagen: Platz für neues Wohnquartier in der City
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Der Wunsch von Verwaltung und Politik steht fest: An Haberland- und Beethovenstraße soll ein innerstädtisches Wohnquartier entstehen. Unklar ist, ob auch die Turnhalle abgerissen werden kann und wo Schulsport betrieben wird. Von Klaus D. Schumilas

Die Gemengelage ist schwierig im Bereich der Beethovenstraße. Dort liegt zwar ein großes Areal, das Immobilienexperten als "Filetstück" bezeichnen würden, aber wann und in welchem Umfang es für Wohnungsbau zur Verfügung stehen wird, ist unklar. Sicher ist nur die Einigkeit zwischen Rathaus und weiten Kreisen der Politik, dass der Sportplatz an der Haberlandstraße aufgegeben wird und bebaut werden soll. Gleiches gilt für das Areal der auslaufenden Realschule auf der anderen Straßenseite. Und was wird mit dem (Schul-)Sport? "Veränderungen kann es dort nur geben, wenn für adäquaten Ersatz gesorgt wird", sagt Andreas Buchartz, sportpolitischer Sprecher. Seiner Aussage zu Folge soll ein externer Experte eine Sportraumplanung erstellen, auf dessen Grundlage das ganze Gebiet überplant wird. Ein niedriger fünfstelliger Betrag soll dafür im Haushalt veranschlagt werden.

Eigentlich sollte es nur um die Entwicklung dieses Bereiches gehen, aber sie ist zurzeit untrennbar mit der Thematik Flüchtlinge zu sehen. Das wurde auch im Sportausschuss am Donnerstagabend deutlich, wo deren Unterbringung in der Realschulturnhalle mitdiskutiert wurde. Buchartz verwies in seiner Stellungnahme ausführlich auf die Position des Landessportbundes, der davor warnt, dass die Unterbringung zu Lasten der sporttreibenden Schüler und Vereinssportler geht. Auch Bärbel Suling sagte: "Es ist nicht damit getan, die Vereine auf andere Hallen zu verteilen. Damit ist zum Beispiel nicht geklärt, wie die benötigten Materialien auch dorthin kommen." Eine Aufgabe dieser Halle sieht sie kritisch, es sollten vielmehr "kreative Unterbringungsmöglichkeiten" gesucht werden. Die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhalle könne nur ein "Worst-Case-Szenario" sein, sagte Kämmererin Tanja Gaspers, also nur im schlechtesten Fall erfolgen. Wie die Verwaltung die Lage einschätzt, sagte Bernd Lewerenz, Leiter des Sportservice: "Ein genereller Verzicht auf diese Halle ist nicht möglich." Er sprach sich für ein "Sportraumkonzept für den Dormagener Norden" aus. Eine solche Forderung stellte auch Sabine Sehnem für die Grünen auf. In diese Richtung argumentierte CDU-Sportexperte Andreas Buchartz: "In einer Sportraumplanung soll festgestellt werden, ob an der Beethovenstraße wegfallende Hallenzeiten an anderer Stelle ausgeglichen werden können." Auch, ob im Rahmen des Konzeptes, dezentral Kleinspielfelder anzulegen, solche im Bereich des gegenüberliegenden Schulzentrums gebaut werden können. Der Orientierungsmaßstab ist das Schulzentrum Hackenbroich, wo auch Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen und Kurzsprint möglich sind.

Vom Minifolgplatz an der Robert-Koch-Straße (im Bild unten rechts) bis zum Areal der Realschule (oben) reicht das Gebiet, für das ein Rahmenplan erstellt werden soll. Kernstück ist der wegfallende Sportplatz. FOTO: Lothar Berns

Klartext spricht auch Sportausschussvorsitzender Detlev Zenk (SPD): "Ohne Kompensation kann die ,Beethovenhalle' nicht aufgegeben werden." Angesichts der Wohnungsbaupläne sieht er einen Bestandsschutz für die Minigolfanlage in der Verlängerung des Hallenbades.

Die Verwaltung ist sowohl durch den Planungs-, als auch jetzt durch den Sportausschuss beauftragt, einen Rahmenplan zu erstellen und zu prüfen, ob für die Flächen ein Gutachterverfahren (beschränkter Wettbewerb) initiiert werden kann.

Quelle: NGZ
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