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Dormagen
Politik streitet um Geld für Schul-Container

Dormagen: Politik streitet um Geld für Schul-Container
Gedränge vor dem Klassenraum: Die Oberstufe des Gesamtschule platzt aus allen Nähten, dort werden neue Räume benötigt. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. An der BvS-Gesamtschule fehlen Räume für die Oberstufe. Kurzfristig sollen 668.000 Euro investiert werden. Es regt sich Widerstand. Von Klaus D. Schumilas

Geht es nach dem Willen von Stadtkämmerin Tanja Gaspers, dann wird der Hauptausschuss heute 668.000 Euro für neue Klassenraum-Container sowie Mobiliar für die Oberstufe der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule bewilligen. Doch danach sieht es noch nicht aus. Rückendeckung kommt zwar von der SPD, bei der die Vorsitzende des Schulausschusses, Birgit Burdag, von einer "Notsituation" spricht und für eine "sofortige Mittelfreigabe" ist. Demgegenüber hält die CDU dieses Vorgehen für voreilig: "Ich glaube nicht, dass wir dies so schnell entscheiden können", sagt Sprecherin Carola Westerheide, "das Thema sollte eher im Januar im Schulausschuss und Eigenbetrieb auf der Grundlage schriftlich vorgelegter Fakten ordentlich beraten werden."

Gaspers hatte im Schulausschuss für alle Politiker völlig überraschend dieses Thema auf den Tisch gelegt und erwartet, dass ohne weitere schriftliche Unterlage die geforderten Geldmittel für vier Klassenraum-Container per Vorratsbeschluss bewilligt werden. "Überrumpelt" fühlte sich nicht nur Birgit Burdag. Ärgerlich empfanden etliche Schulpolitiker zudem, dass aus ihrer Sicht die fehlenden Oberstufen-Räume für die Gesamtschule mit der Notwendigkeit verknüpft wurden, für Flüchtlingskinder so genannte Seiteneinsteigerklassen einzurichten.

Die Faktenlage: Die Gesamtschule führt so viele eigene Schüler von der Mittel- in die Oberstufe und in Richtung Abitur, dass nicht mehr genügend Klassenräume vorhanden sind und Schüler, die von anderen Schulformen in die Jahrgangsstufe elf wechseln wollen, abgewiesen werden müssen. "Im nächsten Schuljahr werden uns zwei Klassenräume fehlen, im Jahr drauf drei", sagt Direktor Dirk Rimpler. Aus der "eigentlich dreizügigen Oberstufe wird eine vierzügige". Die Verwaltung muss sich parallel um schulpflichtige Flüchtlingskinder kümmern und sie in "Seiteneinsteigerklassen" unterbringen. Auch dafür braucht sie Räume.

Für die Politik zunächst einmal zwei unterschiedliche Themen, die nicht miteinander verwoben werden sollen. Für SPD-Ratsfrau Burdag ist die Entwicklung an der Gesamtschule "unumkehrbar". Wenn von dort dieser Bedarf angemeldet werde, "brauchen wir eine kurzfristige Lösung, denn die Schüler sind bereits da". Auf Seiten der CDU will man auch Vor- und Nachteile von Alternativen diskutieren. Carola Westerheide nennt die Realschule am Sportpark und die Hauptschule, deren Gebäude in absehbarer Zeit leer stehen. Eine denkbare Möglichkeit sei auch, sagt sie, das nicht weit entfernte Haus Bismarck. Das Jobcenter als Mieter sucht seinerseits neue Räume. "Pfarrerin Daniela Meyer-Claus hat angeboten, im Gemeindezentrum vormittags Räume nutzen zu können." Der Grüne Tim Wallraff gab den Hinweis, aus Kostengründen einen Anbau statt Container zu erwägen. Von den genannten Schulgebäuden hält Direktor Rimpler nichts, "durch Fahrten geht zu viel Zeit verloren und es wäre für die Stadt dadurch zu teuer". Haus Bismarck wäre eine gute Lösung.

Quelle: NGZ
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