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Dormagen
Probezeit für Knechtstedener Straße

Dormagen: Probezeit für Knechtstedener Straße
Viele Autos fahren durch Horrem: Auf der Knechtstedener Straße an der Kreuzung zur Weiler- und Heesenstraße kommt noch die Baustelle des Dorfangers (hinten links) hinzu. Ziel des Projektes ist es, die Verkehrsströme gerechter zu verteilen und teilweise aus dem Stadtteil herauszuhalten. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Auf der Bürgerversammlung zur "Sozialen Stadt Horrem" einigten sich die Bewohner auf eine Kompromiss für ein Jahr: Die Weilerstraße bleibt Einbahnstraße wie zur Umbauzeit, die Knechtstedener Straße wird noch mal überprüft. Von Carina Wernig

Insgesamt 6,7 Millionen Euro investieren Stadt und Land in den Stadtteil Horrem: Im Rahmen des Stadtteilprojektes "Soziale Stadt Horrem" soll das Gebiet zwischen Bahnlinie, A 57 und den viel befahrenen Straßen K 12 und L 280 als Wohnquartier deutlich verbessert werden. Zu den Maßnahmen gehört die Umgestaltung des Dorfangers zum Ortsmittelpunkt genauso wie die bessere Beleuchtung oder die Verschönerung des westlichen Eingangs zum Bahnhof. Auf einer Bürgerversammlung im voll besetzten Bürgerhaus ließen sich rund 150 Horremer über die Planungen informieren - besonders engagiert diskutierten sie über die Verkehrsströme und ihre neue Verteilung.

Am Ende stand ein Kompromiss, der von einer großen Mehrheit der Anwesenden mitgetragen wurde: Die Weilerstraße bleibt auch nach der Beendigung der Umbauarbeiten des Dorfangers Ende des Jahres als Einbahnstraße von der Knechtstedener Straße aus bestehen - allerdings nicht wie zunächst vorgesehen bis zur Heinrich-Meising-Straße, sondern nur bis zur Gottfried-Breuer-Straße. Und auch nicht als "unechte" Einbahnstraße, was zu Begegnungsverkehr geführt hätte. Die Autofahrer aus Richtung Norden fahren weiter über die Heinrich-Meising-Straße, Am Hagedorn und die Knechtstedener Straße, die jedoch verkehrsberuhigt werden soll. "Dazu bitte ich Sie um Mitarbeit", warb Bürgermeister Erik Lierenfeld, der in Aussicht stellte, auch die Parkplatzsituation noch einmal zu überprüfen sowie Geschwindigkeitsmessungen und Verkehrszählungen anzusetzen. Diese Regelung gilt erst einmal für ein Jahr und soll erneut betrachtet werden. Das sagte Lierenfeld zu. "Unsere Hoffnung ist es, den Durchgangsverkehr erheblich zu reduzieren, was ganz Horrem zugute käme", appellierte er daran, die Neuverteilung auszuprobieren. Auch wenn das Ziel, 1100 Autos herauszuhalten, vielleicht nicht erreicht würde, seien auch 600 Autos weniger eine Verbesserung.

Vor dem Konsens-Vorschlag des Bürgermeisters hatten vor allem die Verfechter der alten Verkehrsführung der Weilerstraße darauf hingewiesen, dass durch die Umverteilung nun unverhältnismäßig mehr Verkehr über die Knechtstedener Straße rolle: Überschreitung der Tempo-30-Zone, Gefährdung der Schul- und Kindergartenkinder, wildes Parken, Unfallgefahren und Umwege von bis zu sechs Minuten waren nur einige der Argumente, mit denen die Anwohner für eine Entlastung der Knechtstedener Straße geworben hatten.

Wie Verkehrsplaner Peter Tümmers ausführte, sollen die Verkehrsströme gerechter verteilt werden: "Bisher war die Weilerstraße besonders belastet", wies Tümmers auf 4550 Fahrzeuge am Tag hin, davon 50 Prozent Durchgangsverkehr. "Diese Straße mit der höchsten Belastung in Horrem weist den geringsten Fahrbahnquerschnitt auf", erklärte er. Die Knechtstedener-, die ein Meter breiter als die Weilerstraße sei, werde nun von 4300 Autos pro Tag genutzt, 18 Prozent mehr als bisher. Wenn der Durchgangsverkehr um Horrem herumfahre, werde zudem die Heesenstraße um 1100 Autos pro Tag entlastet.

Quelle: NGZ
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