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Dormagen
"Querkopf" Krueger kritisiert neues Ratsbündnis

Dormagen. Als in der Ratssitzung im April die Wogen hoch schlugen und sich Stadtverordnete Wortgefechte lieferten, war nachher die Empörung groß. Dabei ist es im Rat recht ruhig geworden in der neuen Wahlperiode. Das liegt auch am Fehlen von Dr. Dietrich Krueger, dem streitbaren Fraktionsvorsitzender Bürger für Dormagen (BfD). Er ließ in den vorherigen Wahlperioden kaum eine Gelegenheit aus, sich mit dem damaligen Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (CDU) und den Spitzen der Union zu fetzen. Das ist Geschichte: Die "Bürger für Dormagen" gibt es nicht mehr, zur Kommunalwahl im vergangenen Jahr trat die BfD nicht mehr an. Von Klaus D. Schumilas

Der ehemalige Tierarzt ist gleichwohl ein hoch interessierter Beobachter des politischen Geschehens in Dormagen geblieben. Und meinungsfreudig: "Erik Lierenfeld macht bislang relativ wenige Fehler", sagt er zur bisherigen Amtszeit des jungen Bürgermeisters. Den hat er im Wahlkampf nach eigener Aussage auch unterstützt. "Lierenfeld hat die Chance, diese Sache durchaus länger als nur eine Wahlperiode machen zu können." Gerade die Idee Lierenfelds der wechselnden Mehrheiten gefällt ihm: "Ideal, denn so soll Demokratie funktionieren." Daher hat er für das neue Bündnis aus CDU, Zentrum und FDP wenig Freundliches übrig: "Das kann doch nicht funktionieren. Ohne Mehrheit. Diese Fraktionen sollen lieber mal vernünftige Vorschläge machen und Anträge stellen." Die Lage in Dormagen sieht er "beruhigt, und das ist auch gut so." Als "politischer Querkopf" ist er mal beschrieben worden. Krueger forderte mal eine Benotung von Rathausmitarbeitern im Internet und verhöhnte 2011 CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer im Wahlkampf auf Plakaten und Anzeigen als Dackel an der Leine von Bürgermeister Hoffmann.

Dass es seine "Bürger für Dormagen" nicht mehr gibt, bedauert der 71-Jährige schon. "Aber wir haben einfach keine jungen Leute bekommen." Kruegers Töchter sprangen mal ein, aber nachhaltig neues Personal konnte nicht akquiriert werden. Mit seinem ehemaligen Mitstreiter Karl-Heinz Bajahr trifft er sich regelmäßig auf ein Bier. Der Dritte im Bunde der ehemaligen Fraktion, Hartmut Aschenbruck, ist zum Zentrum gewechselt.

Eine Rückkehr in die Politik schließt Krueger nicht kategorisch aus: "Ich fühle mich noch fit." Aber: "Ich habe den Ruf nach mir noch nicht gehört", sagt er mit einem Schmunzeln. Bis es so weit ist, erfreut er sich an der Rosenpracht in seinem Garten, "meinem Paradies".

Quelle: NGZ
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