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Dormagen
Religionen werben für Toleranz

Dormagen. Erklärung für friedliches Miteinander - gegen Straftaten und Diskriminierung.

Mit einer "Erklärung für ein friedliches und sicheres Zusammenleben" reagierten gestern zahlreiche Dormagener Religionsgemeinschaften auf Ängste nach den Straftaten in der Silvesternacht. Der gemeinsame Aufruf wurde von dem katholischen Pfarrer Peter Stelten, seinem evangelischen Amtskollegen Frank Picht, Dursun Pekdemir für den islamischen Religionsverein Ditib, Fiona Missaghian-Moghaddam für die Baháí-Gemeinde und Pastor Roger McCloy für die Baptistenkirche unterzeichnet. Zu den Initiatoren gehören Bürgermeister Erik Lierenfeld und Integrationsrats-Vorsitzender Mehmet Güneysu.

Die Erklärung verurteilt deutlich sexuelle Gewalt an Frauen, wie sie an Silvester in Köln verübt wurde. "Wer solche Straftaten begeht und sich gleichzeitig um Asyl in Deutschland bewirbt, kann kein Bleiberecht genießen", heißt es. Besorgt zeigen sich die Initiatoren darüber, dass Flüchtlinge nun oft "pauschal als Kriminelle verdächtigt" würden. Der Anteil der Straftäter unter ihnen sei nach wie vor gering, der weitaus größte Teil fliehe vor Krieg, Not und Verfolgung. Auch in Dormagen seien wachsende Vorbehalte spürbar. "Es häufen sich Kommentare, in denen Flüchtlinge diskriminiert und beschimpft werden. Dies bereitet uns ebenfalls Sorge und ist nicht zu akzeptieren", erklären die Unterzeichner.

Der Rechtsstaat müsse auf die Ereignisse in Köln reagieren und dürfe sich nicht mehr so wehrlos zeigen. "Zu diesem Rechtsstaat gehört aber auch, keinen Menschen im Vorfeld zu verurteilen. Dies ist im Übrigen genauso Bestandteil aller Weltreligionen, die das Gute im Menschen sehen", so die Erklärung.

Die Unterzeichner appellieren an alle Dormagener, an dem offenen Umgang und der Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen festzuhalten. Von den Zuwanderern wird die Bereitschaft zur Integration gefordert. "Jeder, der in unserem Land lebt, muss die im Grundgesetz verankerten Grund- und Menschenrechte achten", heißt es. Diese verfassungsmäßige Ordnung sei Grundlage des gesellschaftlichen Wirkens und nicht verhandelbar.

"Mit Geduld, Toleranz, Vorsicht und Achtsamkeit können wir das bürgerschaftliche Leben in Dormagen gestalten und Probleme meistern. Es liegt an uns allen. Bitte tragen Sie mit dazu bei, dass wir den sozialen Frieden erhalten und gemeinsam in unserer Stadt sicher leben können."

(cw-)
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