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Rhein-Kreis
So wird das Loch im Schlauch „gestopft“

Fotos: So flickt man ein Loch im Fahrradreifen
Fotos: So flickt man ein Loch im Fahrradreifen FOTO: Georg Salzburg
Rhein-Kreis. Schüler der Fahrradwerkstatt der Schule am Chorbusch wissen, wie ein defekter Schlauch rasch repariert wird.

Mit dem Rad unterwegs und plötzlich ist der Reifen platt, der Grund: ein Loch im Schlauch. In der Regel hat man da mal nicht eben den Ersatzschlauch im Gepäck, eher schon das kleine Kästchen mit den notwendigen Flickutensilien. Doch was nützt das, wenn der Radfahrer nicht weiß, was er jetzt wie wo machen soll. Erklären können das aber die Schüler der Fahrradwerkstatt der Schule am Chorbusch.

Ein Werkstattbesuch. Frederik, Eduard und Daniel haben längst den Blaumann angezogen. Schlauch flicken, das können sie fast im Schlaf, den alle drei gehören schon seit Jahren zur kleinen Schülerfirma, deren Werkstatt in einem ehemaligen Klassenzimmer untergebracht ist. Geleitet wird die Werkstatt von Schulsozialarbeiter Rudolf Presse. Und nicht jeder kann da einfach so mitmachen. "Vorher müssen die Schüler eine Bewerbung mit Lebenslauf und Zeugniskopien abgeben und werden dann zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen", erklärt Presse. Lohn gibt's auch, wenn auch sehr bescheiden, pro Arbeitsstunde einen Euro.

So flickt man einen Reifen

Das Fahrrad mit dem defekten Schlauch wird erst einmal "auf den Kopf gestellt". Insidertipp: vorher die Klingel lösen und umdrehen, damit sie nicht verkratzt wird oder kaputt geht. Dann muss der Reifen samt Felge herausgenommen werden. "Bei Rädern mit Kettenschaltung geht das schnell. Einfach den Schnellspanner herunterdrücken und etwas lockern", erklärt Frederik. Schwupps, hält er das Rad schon in der Hand. Eduard löst den Mantel von der Felge (Bild 1) und zieht den Schlauch heraus (Bild 2), nachdem er zuvor das Ventil gelöst hat. Jetzt geht die Suche nach dem Loch los. Daniel versucht's erst mit Augenmaß, Zentimer für Zentimeter sucht er den "Gummilappen" ab – nichts zu sehen. So greifen die Mechaniker zu einem altbekannten Mittel – der Schlauch wird unter Wasser gehalten (Bild 3). Dort, wo's blubbert, ist das Loch. Dieses Verfahren eignet sich natürlich für die Radtour nur bedingt, Voraussetzung wäre eine große Pfütze oder ein See in unmittelbarer Nähe der Panne.

Die entdeckte undichte Stelle wird markiert, danach mit einem Schmirgelpapier (gehört zum Flickset) aufgeraut, damit der Kleber, der anschließend aufgetragen wird (Bild 4) gut hält. Einige Minuten Wartezeit, dann wird der Flicken aufgesetzt und fest angedrückt (Bild 5). Danach muss der Schlauch wieder Stück für Stück unter den Mantel "gefummelt" werden.

Insidertipp: Zuvor den Mantel daraufhin vorsichtig abfühlen, ob darin nicht noch irgendwo etwas Spitzes steckt, das den gerade geflickten Schlauch wieder durchlöchern könnte. "Ist der Schlauch drin, muss der Mantel wieder hinter die Felgen gesteckt werden", sagt Eduard. Das Ventil wird festgedreht, der Reifen aufgepumpt, bevor er wieder mit wenigen Handgriffen eingebaut wird (Bild 6), dabei auf die Kette achten und Bremse einhängen. Das Fahrrad wird herumgedreht und weiter geht die Tour, nachdem denn auch die Klingel wieder festgeschraubt ist.

Nicht nur Löcher "stopfen", sondern auch Bremsbeläge, Brems- und Schaltzüge austauschen oder defekte Lichtanlagen reparieren – all das bietet die Fahrradwerkstatt der Schule an. Geöffnet ist sie mittwochs von 11.30 bis 15 Uhr. Jeder kann ihre Dienste in Anspruch nehmen. "In erster Linie kommen zu uns Hackenbroicher, weil es hier im Ort keinen Fachhandel mehr gibt", sagt Rudolf Presse. Dass, was die Schüler mit ihrer Arbeit einnehmen, geht an den Förderverein der Schule, der natürlich wiederum auch die Werkstatt unterstützt.

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