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Dormagen
Römer-Therme wird für Stadt günstiger

Dormagen: Römer-Therme wird für Stadt günstiger
Neben den vielen Früh- und Dauerschwimmern ist die Römer-Therme auch bei Älteren beliebt, die an den Gesundheits-Kursen teilnehmen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Das Betriebsergebnis des Ganzjahresfreibads ist im vergangenen Jahr besser ausgefallen als im Vorjahr. So braucht die Stadt weniger an den TSV Bayer zu überweisen. Der neue Förderverein will das Bad weiter attraktivieren. Von Klaus D. Schumilas

Tanja Gaspers, die künftige Kämmerin, kann sich freuen: Der Betrag, den die Stadt verabredungsgemäß jedes Jahr an den TSV Bayer Dormagen zu überweisen hat, fällt für das zurückliegende Geschäftsjahr deutlich geringer aus als im Jahr zuvor. Die Jahresbilanz für 2014, die TSV-Geschäftsführer Frank Neuenhausen ganz frisch erstellt hat, weist für das Ganzjahresfreibad ein Defizit von 327 000 Euro aus (2013: 354 000 Euro). Das bedeutet für die Stadt einen hälftigen Anteil in Höhe von 163 500 Euro. Deutlich weniger als die obere Marke von 200 000 Euro, die vor drei Jahren vereinbart worden war, und 13 500 Euro weniger als im Vorjahr.

Diese Regelung wurde 2012 getroffen, nachdem im ersten Bürgerentscheid in der Geschichte Dormagens sich die Stadt dazu verpflichtet hatte, jährlich den hälftigen Anteil des Defizits der Römer-Therme zu übernehmen. Anderenfalls hätte der TSV die beliebte Römer-Therme geschlossen. Die Jahresergebnisse dort fallen höchst unterschiedlich aus: Vor drei Jahren lag das Defizit bei 324 000 Euro, 2011 bei 310 000 Euro und in 2010 bei 370 000 Euro. "Das Wetter spielt natürlich eine große Rolle", sagt Neuenhausen. "In den beiden vergangenen Jahren lagen Schlechtwettertage oft in den Ferien oder an den Wochenenden. Das merken wir stark in der Bilanz." Auf der Einnahmenseite verbucht der TSV bei den Eintrittsgeldern ein Plus von 20 000 Euro gegenüber 2013. "Da schlägt jetzt die Erhöhung des Eintritts um 50 Cent pro Karte durch", erklärt der Geschäftsführer. Obwohl weniger Besucher den Eingang passierten - 124 200 gegenüber 126 700 in 2013. "Die Kunden tragen den Preis mit, ebenso den Wegfall der Jahreskarten. Schlechte Stimmung gab es deswegen keine."

Nach der jährlichen Grundreinigung ist das Bad wieder offen und die Kunden müssen sich an ein neues, modernes Kassensystem gewöhnen: Barcode statt der herkömmlichen Magnetstreifen. Dafür investierte der TSV rund 30 000 Euro. Weitere, größere Investitionen wird es in diesem Jahr nicht geben. Eine weitere, kleinere Veränderung ist schon umgesetzt worden: Statt der weißen Plastikstühle können die Besucher der Therme Korb-Stühle und -Tische im Pavillon nutzen. Eigentlich sollte der Förderverein diese Anschaffung tätigen. Doch so lange, bis der im vergangenen Jahr neu gegründete Verein das Geld beisammen hat, wollte die Geschäftsführung nicht warten und wurde selbst aktiv. Der Förderverein entwickelt sich langsam, sagt Vorsitzender Walter Schulz: "Wir haben aktuell 65 Mitglieder, die Zielmarke sind hundert." So kommt angesichts eines Jahresbeitrags von 60 Euro "langsam Geld in die Kasse". Wie es in die Römer-Therme investiert werden soll, ist noch offen. Klarheit könnte die Jahreshauptversammlung am 11. Mai bringen. Schulz: "Es ist natürlich klar, dass wir einige Ideen umsetzen wollen. Wir haben eine Projektliste." Die soll mit den Mitgliedern diskutiert werden. Ein wichtiges Thema sind, sagt der Vorsitzende, Werbemaßnahmen, "denn mit einem solchen Ganzjahresfreibad besitzt der TSV ein Alleinstellungsmerkmal in der Region". Der Förderverein will sich daher an die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) wenden mit dem Anliegen, dass der Stadtbus nicht nur für die Handballer wirbt, sondern auch für die Römer-Therme.

Quelle: NGZ
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